Evivos Sebastian Gevert will die Ein-Prozent-Chance nutzen

Von: Franz Sistemich
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Der mit dem Publikum spielt: Außenangreifer Sebastian Gevert lässt seinen Emotionen freien Lauf. Seine Art gefällt den Fans. Foto: Sistemich

Düren. Viermal stand Generali Haching in Folge im Pokalfinale. Drei dieser Begegnungen entschieden die Münchener Vorortler für sich. Heute wollen Trainer Mihai Paduretu und sein Team den fünften Finaleinzug perfekt machen. Halbfinalgegner vor den Toren Münchens ist der Endspielgegner des Jahres 2010: Evivo Düren.

2:0 führten die Rheinländer im Gerry-Weber-Stadion in Halle/Westfalen, sahen Christian Dünnes und seine Dürener Kollegen wie der sichere Sieger aus. Doch der nach langer Verletzungspause eingewechselte Nationalspieler Christian Schwarz führte Haching noch zum Sieg. Für Christian Dünnes, heute in Diensten Hachings, ist die Niederlage immer noch eine der bittersten seiner Karriere.

Der große Favorit ist heute ab 20 Uhr der Hausherr. Den ungeschlagenen Spitzenreiter der Bundesliga, Berlin Recycling Volleys, hat er aus dem Wettbewerb geschmissen, Evivo Düren vor sechs Wochen mit einer deutlichen 0:3-Niederlage zurück ins Rheinland geschickt. „Alles spricht eigentlich gegen uns“, weiß deshalb Dürens Coach Michael Mücke. „Die Realität ist: Auf der anderen Seite stehen alles Top-Leute. Aber wir wollen auch nach Halle. Mal schauen, wie wir gewinnen können.“

Mückes Spieler wollen auch am 3. März im Gerry-Weber-Stadion spielen, selbst wenn die Chance, nach Friedrichshafen auch Generali aus dem Wettbewerb zu kegeln, gering ist. Aber: Den Geist des neuen Evivo-Teams verkörpert auch Sebastian Gevert. Der Außenangreifer formuliert die Aufgabenstellung so: „Selbst wenn die Chance nur bei einem Prozent liegt, gebe ich alles, um dieses eine Prozent wahr werden zu lassen und mit dem Team zu gewinnen.“

Der Deutsch-Chilene ist ehrgeizig. Er setzt sich Ziele, die möglicherweise nicht erreichbar sind, aber er sagt: „Gebe ich mir niedrigere Ziele vor, arbeite ich auch nur auf diese hin. Also will ich mehr erreichen, folglich arbeite ich mehr.“ Seine Philosophie: Immer nach dem Höchsten streben!

Gevert ist sehr kritisch mit sich selbst. Vor seinem Wechsel von Chile nach Spanien und Portugal war er von seinen Fähigkeiten nicht so sehr überzeugt. Auf der iberischen Halbinsel merkte er: „Ich kann mit den anderen Profis mithalten.“ Gevert änderte auch sein Verhalten auf dem Feld: Er wurde emotionaler. Er feierte nicht nur jeden Punkt, er legte sich auch mit dem Gegner an. Letzteres trieb ihm sein Nationaltrainer aus: „Er sagte, er solle nicht gegen den Gegner jubeln, sondern mit den eigenen Fans feiern.“ Auch diese Umstellung gelang. In seine Jubelgesten zieht der Diagonalangreifer nun auch das Dürener Publikum immer wieder mit ein.

Deshalb bedauert Gevert, dass das Halbfinale nicht an der Rur, sondern in Bayern stattfindet, schließlich könnte Düren als Gastgeber noch mit einem Pfund wuchern: „In der Arena sind wir wegen unserer Fans noch etliche Prozent besser.“ Aber: „Jeder denkt, wir haben das schlechteste Los erwischt. Aber für uns ist es die beste Motivation, um noch mehr zu geben.“ Dies aber mit Ruhe und Gelassenheit, empfiehlt Mücke: „Wir müssen geduldig und gelassen spielen, unseren Side-Out durchbringen und schauen, was sich machen lässt.“ Eben versuchen, dieses eine Prozent zu nutzen.

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