Evivo: Ein Sieg und eine Niederlage

Von: luk
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Die Abwehr der Dürener hatte gegen den amtierenden deutschen Meister Berlin Recycling Volleys vor rund 4000 Zuschauern oft das Nachsehen. Im Gegenzug konnte sich Evivo am folgenden Tag gegen VC Olympia Berlin relativ locker durchsetzen. Foto: Bartgens

Aachen Berlin/Düren. Der Dürener Volleyball-Bundesligist Evivo Düren hat seinen vierten Tabellenplatz verteidigt. Wie erwartet konnte das Dürener Team beim Doppelspieltag in Berlin einen Sieg feiern, musste aber auch eine Niederlage hinnehmen.

Während das Team von Trainer Michael Mücke gegen Schlusslicht VCO Berlin am Sonntag nach Startschwierigkeiten am Ende deutlich gewann, hatte es am Samstag gegen den souveränen Tabellenführer Berlin Recycling Volleys trotz guter Leistung nur zu einem Satzgewinn gereicht.

Wie schon im Hinspiel gelang es den Dürenern auch am Samstagabend kurz, den haushohen Favoriten ins Wanken zu bringen. Aber die Berlin Recycling Volleys fielen wieder nicht – auch weil es Evivo an Abgebrühtheit fehlte. Am Ende hieß es in der Berliner Max-Schmeling-Halle 1:3 (16:25, 25:23, 20:25, 19:25) aus Dürener Sicht.

Mit Routine bestraft

„Es gab viele Bälle, die wir zum Punkt hätten verwandeln können, es aber nicht getan haben“, analysierte Dürens Trainer Michael Mücke nach dem Spiel. Und auf der anderen Seite des Netzes stand ein Team, das so etwas mit Routine und Cleverness bestraft. Bestes Beispiel: der erste Satz. Evivo hatte Chancen, den Spitzenreiter zu ärgern, Berlin wirkte müde. Aber die Dürener nutzten vor über 4000 Zuschauern in der Berliner Schmeling-Halle ihre Möglichkeiten nicht. Und so waren es dann doch die Hausherren, die das Heft in die Hand nahmen, auf 19:12 davonzogen – und den Vorsprung sicher ins Ziel brachten.

Führung verteidigt

Dass die Dürener durchaus in der Lage sind, den Berlinern Paroli zu bieten, zeigte Durchgang zwei: Eine Aufschlagserie von Tomas Kocian bescherte Evivo die frühe Führung, die Mückes Team bis zum Satzgewinn verteidigte. Vor allem im Angriff über die Mitte bewies Evivo in dieser Phase des Spiels immer wieder seine Stärke„Da haben wir uns durchgesetzt“, konstatierte der Evivo-Trainer. „Und auch im dritten und vierten Satz haben wir teilweise auf Augenhöhe gespielt.“ Evivo hielt mit guten Aufschlägen und viel Kampf dagegen und konnte die Partie einige Zeit offen gestalten.

Viel Erfahrung

Warum Evivo die Sätze und das Spiel dennoch den Berlinern überlassen musste? Weil die Recycling Volleys erneut ihre ganze Erfahrung und die Klasse von Paul Carroll in die Waagschale warfen. „Den haben wir nicht in den Griff bekommen“, urteilte Mücke.

Unzufrieden mit seinen Mannen war der Trainer aber keineswegs. „Wir haben phasenweise richtig gut gespielt“, bilanzierte der Trainer. „Dass der Gegner besser war, muss man akzeptieren.“

Gut geschlagen hatte sich auch Tim Elsner, der im ersten Satz in die Partie kam und bis zum Ende des Spiels weiter half, obewohl er mit einer Erkältung zu kämpfen hatte.

Ganz anders das zweite Spiel des Wochenendes: Gegen den VCO Berlin am Sonntag war Evivo Düren der haushohe Favorit – und hatte mit dieser Rolle zunächst seine Probleme. Die Dürener fanden nicht ins Spiel, lagen rasch mit 8:12 hinten. Und trotz mehrerer kleiner Zwischenspurts gelang es Mückes Team nicht mehr, die deutsche Junioren-Nationalmannschaft, die momentan sieglos auf dem letzten Tabellenplatz liegt, wirklich in Bedrängnis zu bringen. Im Gegenteil: Die Junioren des VCO hatten Blut geleckt, bauten den Vorsprung aus. Und dann war die Überraschung perfekt: Das Schlusslicht gewann den ersten Satz 25:23 gegen Evivo. „Nach einem kräftezehrenden Spiel wie am Samstag kann es schon einmal vorkommen, dass der Start misslingt“, analysierte Mücke den überraschenden Satzgewinn des Gegners, ohne seinen Spielern einen Vorwurf zu machen. Denn sein Team gab sich danach keinerlei Blöße mehr: 25:11, 25:14 und 25:16 lauteten die weiteren deutlichen Satzergebnisse.

„In diesen drei Durchgängen sind wir absolut souverän aufgetreten und haben eindeutig gezeigt, dass wir das Spiel gewinnen wollten“, bilanzierte der Trainer zufrieden. Enttäuschend war am Sonntag lediglich die Kulisse. Während Evivo am Vortag noch vor mehr als 4000 Zuschauern ans Netz getreten war, verloren sich am Sonntag nicht einmal 100 Zuschauer in der Halle - und 50 davon waren auch noch aus Düren angereist. „Das ist schon ein krasser Gegensatz“, kommentierte Evivo-Kapitän Jaromir Zachrich den Unterschied. Da habe man sich im ersten Satz des Spiels denn auch erst einmal sammeln müssen. In der Tabelle rückt Evivo Düren damit wieder auf Rang vier vor, nachdem die Mannschaft den Platz nach der Niederlage gegen den amtierenden Meister Berlin Recycling Volleys zunächst verloren hatte.

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