Evivo: Das Feuer in den Augen fehlt

Von: Franz Sistemich
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„Komm in meine Arme:“ Evivos Diagonalangreifer Sebastian Gevert hob seinen Zuspieler Tomas Kocian nach dem Pokalerfolg über den VfB Friedrichshafen hoch. In den allgemeinen Jubel stimmte Libero Blair Bann mit ein, Foto: Sistemich

Düren. Schon relativ früh war den Volleyballern von Evivo Düren am Mittwochabend klar: „Da geht doch was.“ Und es ging: Überraschend deutlich bezwangen die Gastgeber im Viertelfinale des Pokalwettbewerbes Titelverteidiger VfB Friedrichshafen mit 3:0. Die Sätze waren eng: 25:23, 30:28, 25:22. Aber: „Schon in der Pause habe wir angesichts unserer 2:0-Führung und der vielen Fehler der Häfler geglaubt, dass wir dieses Spiel gewinnen können, wenn wir weiter so spielen wie in den beiden ersten Sätzen“, sagte Tomas Kocian.

 Der Zuspieler hatte auch wie andere Mannschaftskameraden den Schützlingen von Trainer Stelian Moculescu angesehen: „Ihnen fehlte das Feuer in den Augen.“ Und somit war den Dürenern klar: „Wenn wir unser Spiel durchziehen, nicht nachlassen, den VfB nicht aufkommen lassen, dann erreichen wir das Halbfinale“, gab Kocian einen Einblick in die Gedankenwelt der Evivo-Akteure während der Pause.

„Wir gewinnen auf jeden Fall einen Satz“, war sich vor der Partie Dürens Sportlicher Leiter Goswin Caro sicher. Dass es drei werden würde, hätte er nicht gedacht. „Wir hatten nichts zu verlieren, wollten volles Risiko und dabei locker aufspielen“, sagte der 24-jährige Kocian. In den vergangenen Partien traf der Zuspieler, der nur wenige Bundesligaspiele auf dem Buckel hat, nicht immer die richtige Entscheidung („Aber ich lerne aus meinen Fehlern, weil ich die Spiele analysiere und dann versuche, die richtigen Schlüsse zu ziehen.“), gegen den VfB aber setzte er seine Angreifer mustergültig in Szene: „Tomas hat ein sehr gutes Spiel gemacht“, lobte denn auch sein Trainer Michael Mücke.

Und nicht nur Kocian überzeugte: Alle Evivo-Spieler wuchsen mit Leidenschaft und Kampfgeist über sich hinaus und warteten mit einem Pluspunkt auf, dem der VfB nichts entgegenzusetzen hatte: Evivo trumpfte als Mannschaft auf. Oder wie formulierte Joao José, der Kapitän der Friedrichshafener, den Unterschied zwischen den Hausherren und seinem uninspiriert agierendem Team: „Es ist seltsam: Wir stehen auf dem Spielfeld, und es wirkt, als sei der Nebenmann jemand Fremdes, mit dem wir noch nie gespielt haben.“

So war es im Nachhinein kein Wunder, dass im ausgeglichenen ersten Satz Evivo auch dank Außenangreifer Dennis Deroey und Diagonalangreifer Sebastian Gevert die Nerven behielt und 25:23 gewann. Auch im zweiten Abschnitt war Gevert in der Endphase des verlängerten Satzes kaum zu stoppen. Bezeichnend für die Verfassung beider Teams waren die letzten Dürener Punkte im dritten Satz: Zuerst schmetterte VfB-Angreifer Simeonov den Ball ins Aus. dann trat Idi beim Aufschlag über. Düren jubelte, und auch Deroey ging es wieder besser: Gesundheitlich angeschlagen war der Belgier ins Spiel gegangen.

Während der Pause hatte er sich übergeben. Sein Vater, ein Heilpraktiker, konnte keine neue Kräfte mobilisieren. Deshalb ist es fraglich, ob Deroey am Samstag das Meisterschaftsspiel in Friedrichshafen bestreiten wird. Ungewiss ist auch, ob Georg Klein mit in den Süden fährt. Der Mittelblocker ist immer noch nicht auf dem Damm.

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