Eva Wiedemann: „Gastspiele in der Heimat sind besonders“

Von: Sandra Kinkel
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Die aus Düren stammende Schauspielerin Eva Wiedemann gastiert Dienstag im Haus der Stadt in Düren mit der Tragikomödie „Honig im Kopf“. Beginn der Vorstellung ist um 20 Uhr. Eintrittskarten für 14, 18 und 24 Euro gibt es in Düren im iPunkt, Markt 6, Telefon 02421/252525. Foto: Benedikt Biesemeier

Düren. Manchmal, wenn Eva Wiedemann in ihrer Theatergarderobe sitzt, nimmt sie die Uhr mit dem Logo der Angela-Schule auf dem Zifferblatt in die Hand und muss an ihren früheren Schulleiter Wolfgang Habrich denken. Der hat der 28-jährigen Schauspielerin die Uhr bei ihrer Abiturfeier überreicht und ihr damals noch einen Rat mit auf den Weg gegeben: „Machen Sie mit diesem Schnitt etwas Vernünftiges.“

Eva Wiedemann hat Schauspiel in Köln studiert. Sie ist Diplom-Schauspielerin und har darüber hinaus auch ihre künstlerische Reifeprüfung abgelegt. Derzeit hat Eva Wiedemann ein festes Engagement an der Landesbühne Rheinland-Pfalz. Am Dienstag, 20. September, gastiert sie mit diesem Ensemble und dem Stück „Honig im Kopf“ nach dem gleichnamigen Film von Til Schweiger im Haus der Stadt in Düren.

Wiedemann ist in Frauwüllesheim aufgewachsen und in Eschweiler über Feld zur Grundschule gegangen. Dort hat sie auch ihre ersten schauspielerischen Erfahrungen gemacht – als „Dornröschen“ in einer großen Märchenaufführung an ihrer Schule. Wiedemann: „Auf der St.-Angela-Schule ist es dann mit dem Theaterspielen weitergegangen. Ich habe in der Theater-AG mitgemacht, und mit dem Literaturkurs haben wir auch Theater gespielt.“

Schon während des Gymnasiums hat Eva Wiedemann sich bei Schauspielschulen beworben, ihren Platz in Köln hatte sie schon sicher, bevor sie das Abitur bestanden hatte. „Das Theater ist einfach meine Passion“, sagt Eva Wiedemann. „Wenn ich selbst im Publikum sitze, dann bin ich dankbar und froh, dass ich so etwas erleben darf. Und dass die Schauspieler auf der Bühne so viel Kraft und Energie investieren, damit ich einen schönen Abend habe. Ich finde das einfach toll.“

Ehrgeiziges Ziel

Schon früh hat Eva Wiedemann sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt, genauer gesagt drei Ziele. „Bevor ich 30 Jahre alt bin, möchte ich das Gretchen aus Goetehs ‚Faust‘, die Luise aus ‚Kabale und Liebe‘ und die Johanna aus ‚Die Jungfrau von Orleans‘ gespielt haben. Authentizität ist mir wichtig, und das Gretchen war einfach blutjung.“ Alle drei Ziele wird Eva Wiedemann erreichen. Das Gretchen und die Luise hat sie schon gespielt. Im Augenblick laufen am Landestheater Rheinland-Pfalz parallel zu den Vorstellungen von „Honig im Kopf“ die Proben zur „Jungfrau von Orleans“.

Am Theater liebt Eva Wiedemann besonders, dass es die Menschen berührt. „Theater soll nachwirken, die Menschen zum Nachdenken bringen und eine Geschichte erzählen.“ Dem gegenüber seien Filmdrehs häufig sehr nüchtern. „Natürlich ist das auch eine große Kunst“, sagt Wiedemann. „Aber es braucht viel Technik, man kann nicht so mit den Menschen spielen wie im Theater. Theaterspielen ist wirklich meine erste Motivation.“ „Honig im Kopf“ ist nicht Eva Wiedemanns erstes Gastspiel im Haus der Stadt.

„Ich habe im vergangenen Jahr schon einmal in Düren gespielt“, erzählt sie. „Und ich muss zugeben, dass die Gastspiele in der Heimat irgendwie besonders sind.“ Normalerweise, ergänzt die junge Frau, sei Lampenfieber kein Thema mehr für sie. „Ich stehe fast jeden Abend auf der Bühne. Natürlich entwickelt sich da auch eine gewisse Form der Routine. Aber in Düren sitzen meine Familie und meine Freunde im Publikum. Auf der Bühne im Haus der Stadt habe ich mein Abiturzeugnis bekommen. Das ist schon ein wirklich emotionaler und intensiver Ort für mich.“

Vermutlich wird Eva Wiedemann am Dienstagabend auch noch einmal an ihren alten Schulleiter denken, wenn sie in der Garderobe sitzt. „Manchmal frage ich mich, ob mein Beruf in seinen Augen etwas Vernünftiges ist“, sagt Eva Wiedemann. Für die junge Schauspielerin ist es das ohne Zweifel. Sie hat ihre große Leidenschaft zum Beruf gemacht.

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