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Eskalierter „Knöllchen-Streit“: Polizist bekam Faust ins Gesicht

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
Prozess Knöllchen
Der Prozess gegen einen Dürener und seine beiden Söhne vor dem Aachener Landgericht - hier ein Foto von einem früheren Prozesstag - ging am Dienstag weiter. Foto: Ralf Roeger

Aachen/Düren. Eine regelrechte Engelsgeduld legte der junge Polizist Thomas W. (28) am Dienstag vor der 5. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht an den Tag. W. war geladen worden, weil auch er in dem brutalen Knöllchenstreit am 12. November vergangenen Jahres im Dürener Grüngürtel eine Faust ins Gesicht bekommen hatte.

Jetzt musste er die sich wiederholenden und immer wieder in Nuancen anders gestellten Fragen der Verteidiger der drei Angeklagten über sich ergehen lassen. Insbesondere der Anwalt des angeklagten Vaters – der 47-Jährige gilt als Auslöser und Antreiber des Gewaltexzesses in der Scharnhorststraße – verstrickte sich im eigenen Irrgarten oftmals wenig sinnhafter Fragen.

Der Polizist blieb souverän. Er ist wie sein schwer verletzter Kollege der Nebenkläger im Verfahren gegen den Vater und die beiden Söhne der Familie, mit der es an jenem Samstagmittag wegen eines Knöllchens zu harten und brutalen Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen war.

Er sei im zweiten der Streifenwagen gewesen, den der Kollege in einem hilfesuchenden Funkspruch kurz zuvor angefordert hatte. „Wir wussten rein gar nichts, als wir ankamen“, beschrieb der Beamte am Dienstag die Situation. Sie hätten nur gewusst, dass ein Kollege des städtischen Ordnungsamtes in Bedrängnis geraten war und um Hilfe bat.

Doch als W. mit seinem Streifenwagen ankam, waren die Gewalttätigkeiten schon in vollem Gange. Er habe eine Türe sichern wollen, in die er Mitglieder der Familie S. habe hineinrennen sehen. Die seien sie dann aber direkt wieder herausgekommen. Er habe seinen unmittelbaren Gegenüber auf dem Gehweg weggeschubst, um „mit ausgebreiteten Armen“ die auf ihn Zustürmenden daran zu hindern, sich weiter in den Streit einzumischen.

Dabei habe er einen Fausthieb gegen den Unterkiefer bekommen. Er wisse auch, von wem - und zeigte vor der Vorsitzenden Richterin Regina Böhme auf den älteren Sohn auf der Anklagebank.

Er sei gestolpert, gegen einen geparkten Wagen geprallt und hingefallen. Als er sich aufrappelte, habe er genauestens beobachten können, wie auf der anderen Straßenseite einer aus der Familie – W. vermochte aber nicht zu sagen wer – drei Mal mit dem Radmutterschlüssel auf Oberkörper und den Kopf des Kollegen Alexander Z. schlug. Z. stürzte und dachte, es wäre sein Ende, wie er im Prozess berichtet hatte.

Der Prozess geht am Mittwoch weiter.

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