Eskalation in der Innenstadt endet vor Gericht

Von: Margret Vallot
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Düren. Er habe sein Opfer, das schon auf der Straße lag und wimmerte, mehrfach ins Gesicht und in den Bauch getreten. Das gab der Angeklagte (32) am Donnerstag vor Gericht zu.

Der Mann meinte aber, er sei am 12. September vorigen Jahres in Düren auf der Josef-Schregel-Straße angegriffen worden und habe sich nur gewehrt.

Das Gericht verhörte ein halbes Dutzend Beobachter der Schlägerei. Doch der wichtigste Zeuge, das Opfer, erschien gar nicht vor dem Richtertisch. Wohl aber seine Mutter, die auf Nachfrage meinte, sie habe ihren Sohn schon zwei Monate lang nicht gesehen, und sei nun eigens ins Gericht gekommen, um ihn hier noch mal zu treffen.

Angeklagter und Opfer sind sich seit zehn Jahren spinnefeind und schon mehrfach aneinander geraten. Im September 2009 muss es zunächst ein Wortgefecht in russischer Sprache gegeben haben, dann eine massive Schlägerei. Mit dem Messer soll der Angeklagte sein Opfer schwer verletzt haben. Und schließlich, wie es die meisten Zeugen übereinstimmend schilderten, den blutend am Boden liegenden Mann noch mit heftigen Tritten traktiert haben.

Wer mit dem Streit angefangen hatte, wusste nur eine Zeugin: die Freundin des Angeklagten, die allerdings auch alles aus nächster Nähe mitbekommen hatte. Sie erklärte temperamentvoll, das spätere Opfer habe zunächst gerufen: „Ich schlitz´ dich auf wie ein Schwein.” Dann hätten beide Männer aufeinander eingedroschen. Beide, der Angeklagte und seine Freundin, hatten damals Heroin konsumiert. Das gaben sie zu und das bestätigte auch ein Arzt vom Aachener Klinikum, der die Blutproben untersucht hatte.

An jenem Tag im September hatte übrigens Richter Hans-Georg Wingen Dienst. Der Richter wäre fast Zeuge in dem Prozess geworden, dem er am Donnerstag vorsaß. Denn als Wingen am 12. September vom Bahnhof aus zum Gericht eilte, sah er unterwegs das Opfer in seinem Blut auf der Straße liegen. Da kümmerten sich aber schon Notarzt und Polizei um den Mann.

Der Prozess wird am 25. Februar fortgesetzt. Dann allerdings mit dem Opfer, das sich in Aachen aufhalten soll. Der Mann wird dann von der Polizei nach Düren gebracht.
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