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ESA-Astronaut Hans Schlegel vermittelt viele neue Sichtweisen

Von: kin
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ESA-Astronaut Hans Schlegel berichtete über seine Erfahrungen im All. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Hans Schlegel ist ein Mann, der gelernt hat, sein Leben und die Welt aus ganz unterschiedlichen Perspektiven zu sehen. Der Astronaut kennt diverse Blickwinkel und war deswegen prädestiniert, am Freitagabend auf Einladung der Bürgerstiftung Düren einen Vortrag „Über das Blicken” zu halten.

Leider war der Saal der Evangelischen Gemeinde am Wilhelm-Wester-Weg nicht ganz voll. Die, die gekommen waren, erlebten einen äußerst kurzweiligen Vortrag.

Das „Blicken” zog sich wie ein „roter Faden” durch den Abend mit Hans Schlegel. Es ging um den Blickwinkel als Schüler des Gymnasiums in Düren genauso wie um den Blickwinkel des Austauschschülers Hans, der ein Jahr lang in den USA gelebt hat, und hier neben seinen acht leiblichen Geschwistern auch amerikanische Brüder und Schwestern liebt, genau wie seine Gastmutter. Es ging um den Blickwinkel als Zeitsoldat bei den Fallschirmspringern und den als junger Student an der RWTH Aachen.

Am 15. August 1986 hatte sich Schlege lauf eine Stellenanzeige beworben, in der das Bundesforschungsministerium „Wissenschaftsastronauten” suchte, zum Glück, wie er heute weiß. Hans Schlegel ist nicht nur ESA-Astronaut geworden, hier hat er auch seine Frau kennen gelernt, mit der er sieben Kinder hat. Zwei Mal war Schlegel im All, zuletzt, als er im Februar 2008 an der Shuttle-Mission teilnahm, auf der das europäische Columbus-Labor zur Internationalen Raumstation ISS transportiert wurde. Während dieser Mission hat er bei einem siebenstündigen „Ausflug ins All” gemeinsam mit seinen Crew-Kollegen das Columbus-Labor in Betrieb genommen.

1993 war er als Nutzlastspezialist der deutschen „D2-Mission” an Bord des Shuttles Columbia V. Weltraumflüge, berichtete Schlegel in Düren, seien absolutes Teamwork. „Das Fliegen ins All eröffnet einem wieder einen ganz neuen Blick. Wenn man sie von oben sieht, bekommt man das Gefühl, dass auch die Erde nur begrenzt ist.” In 90 Minuten komme man als Astronaut mit seinem Raumschiff um die Erde, alle 90 Minuten sieht man also einen Sonnenaufgang, in acht Minuten überqueren die Astronauten das riesige Südafrika, 40 Minuten während der Reise fliegt man über Wasser. „Wir sind 30 Mal höher als Verkehrsflugzeuge. Und 30 Mal schneller.”

Auch die Schwerelosigkeit vermittele einen neuen Blickwinkel, weil „es kein Oben und kein Unten” gibt. Seine Tätigkeit in Russland habe ihm neue Blickwinkel eröffnet. „Ich war abgeordnet, um hier einen deutsch-russischen Flug vorzubereiten.

Und hatte eine Fülle Vorurteile im Gepäck.” Solche, die sich nicht bewahrheitet haben. „Das Zwischenmenschliche funktioniert in Russland ganz anders als in Amerika, weil die Menschen hier viel ernster und reservierter sind. Aber die technischen Lösungen und die naturwissenschaftliche Bildung der Kollegen ist ganz hervorragend.”

Hans Schlegel wünscht allen, vor allen den politischen Entscheidungsträgern, einmal einen Flug ins All. „Hier wird einem klar, dass die Erde nichts anderes ist, als ein riesengroßes Mutterschiff. Im All wird einem deutlich, dass wir mit unseren Ressourcen, den Lebensmitteln und auch unserem Müll sehr sorgfältig umgehen müssen, um unsere Erde zu schützen.”
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