Erntedank-Empfang: Landwirte müssen sich nicht verstecken

Von: Fred Schröder
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Sorgen, aber auch positiver Blick in die Zukunft: Beim Erntedank-Empfang stellten Kreislandwirt Erich Gussen (links), die Vorsitzenden der Landfrauen Düren und Jülich, Heidi Feucht und Margret Frings mit der Rheinischen Kartoffelkönigin Lisa Blomenkamp und Landrat Spelthahn Situation und Perspektiven der Landwirtschaft unter der Erntekrone dar. Foto: Fred Schröder

Düren. Eine nicht zufrieden stellende Ernte, kaum kostendeckende Preise, Existenzängste und fehlende Anerkennung auf der einen Seite, ein starkes Bekenntnis auf der anderen. „Wir gehen in die Offensive und erklären selbstbewusst, was die Landwirtschaft ist: ein wichtiger und unverzichtbarer Teil unserer Gesellschaft“. Mit diesen Polarisierungen schuf Kreislandwirt Erich Gussen die Grundlage für viele Gesprächsthemen am Rande des 16. Erntedank-Empfanges.

Kreisbauernschaft und Landfrauen hatten in das Kreishaus geladen. Die zahlreichen Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft hatten beim Imbiss neben der Erntekrone, wieder kunstvoll von den Landfrauen um Hedi Feucht und Margret Frings hergerichtet, so einiges zu sagen.

Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) überraschte die Besucher des Erntedankempfanges mit der Erkenntnis, dass bereits 300 Jahre vor Christus die Menschen für gute Ernte dankten und Erntedank in allen Kulturkreisen anzutreffen ist. Nur noch 1,7 Prozent der Erwerbstätigen arbeiten in der Landwirtschaft, so Spelthahn, der bedauerte, „dass der ländliche Raum in Politik und Gesellschaft nicht angemessen repräsentiert ist“. Der Landrat lobte den Bauernstand als „Berufung, Unternehmertum und Familienleistung“.

Rheinisches Gold

Zu Gast war auch die Rheinische Kartoffel-königin Lisa Blomenkamp (Duisburg), die sowohl für die „Tolle Knolle als rheinisches Gold“ warb als auch das moderne Bild der Landwirtschaft vermittelte.„Ein besonders schwieriges Jahr“, bilanzierte Kreislandwirt Erich Gussen im Hinblick auf teilweise schlechte Ernte durch Unbilden der Natur und nicht kostendeckende Erzeugerpreise. „Ich erlebe vielerorts gedrückte Stimmung, weil die Arbeit der Landwirtschaft und das tägliche Brot in der Gesellschaft wenig wert zu sein scheinen“, sagte der Kreislandwirt, der fehlende gesellschaftliche Anerkennung und finanzielle Honorierung für seinen Berufssand reklamierte.

Gussen stellte aus dem Blick der Landwirte die Globalisierung in Frage, machte aber dennoch Mut, für die bäuerlichen Werte zu stehen und sich nicht unterkriegen zu lassen.

„Wir wollen offen und ehrlich zeigen, was wir haben und was wir tun. Bauernfamilien müssen nichts verstecken; wir sind Teil einer modernen und technisierten Gesellschaft“, versicherte der Kreislandwirt den Zuhörern abschließend.

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