Düren - Erhalt der Stadthalle: Bürgerinitiative steht vor ihrer Gründung

Erhalt der Stadthalle: Bürgerinitiative steht vor ihrer Gründung

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Wie soll es mit der Stadthalle weitergehen? Diese Frage diskutierten die SPD-Politiker Friedhelm Wirges (links), Ulf Opländer und Henner Schmidt (rechts) jetzt mit Dürener Bürgerinnen und Bürgern. Foto: Andreas Bongartz

Düren. „Bürgerbewegung! Bürgerbewegung!” - immer wieder ging das Wort durch den großen Saal in Dürens Posthotel, das Echo war eindeutig: Laut klopfend und klatschend schlossen sich rund 100 Dürener dem Vorschlag von Alex Hauenstein, Mitglied des Dürener Architektenstammtischs, an, eine Bürgerinitiative zu gründen.

Womit man sich im Rahmen der geplanten Bürgerinitiative beschäftigen will? Mit dem Erhalt der alten Stadthalle. Dass diese den Dürenern am Herzen liegt, machte die Veranstaltung im Posthotel mehr als deutlich. Die SPD Stadt Düren hatte dort zu einer Bürgerversammlung rund um das Thema Stadthalle eingeladen, und die Resonanz war groß.

Kein Platz war im Saal des Posthotels mehr frei, als die Genossen Friedhelm Wirges, Ulf Opländer und Henner Schmidt die Versammlung eröffneten. Man wollte die Meinungen der Dürener Bürger zu dem zum Stillstand gekommenen Hotelbau an der Stadthalle hören. Und diese waren relativ eindeutig: Die Dürener wollen einen Stop des Projekts und die Stadthalle erhalten.

Billig ist das durch vertragliche Situation (das im Erbbaurechtsvertrag vereinbarte Rücktrittsrecht ist unwirksam) allerdings schon lange nicht mehr. Die bereits begonnenen Abrissarbeiten würden die Kosten für eine Wiederinstandsetzung der Stadthalle weiter in die Höhe treiben. „Mittlerweile ist der Schaden so groß, dass er in die Millionenhöhe geht”, meinte hierzu Robert Schumacher vom Architektenstammtisch. Wirtschaftlich sei die Stadthalle eigentlich nicht mehr tragbar, so der Fachmann. Dennoch sprach er sich für einen Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes aus. Schließlich sei die Stadthalle ein Stück Identität für Düren, darüber waren sich alle Anwesenden einig.

Die Mitglieder des Architektenstammtischs präsentierten im Posthotel noch einmal alternative Nutzungsmöglichkeiten für die Stadthalle. Bis auf einen Mensabetrieb für die umliegenden Schulen seien diese auch noch aktuell. Dr. Gisela Hagenau von der Bürgerstiftung stellte erneut die Möglichkeit einer Stiftungsgründung in den Raum. Alternativen zum Hotelbau, die den Teilnehmern an der Bürgerversammlung wohl vertraut sein dürften.

Deutlich wurde, dass man nicht bis Ende Februar 2011 warten wolle, um Projektentwickler Hermann-Josef Schneider und seine Hotelpläne zu stoppen. Zumal auch dann erst ein gerichtliches Vorgehen möglich sei, und die Stadt Düren trotzdem für die entstandene Baulast von 1,5 Millionen Euro gerade stehen müsse. Rechtliche Schritte forderten die Anwesenden jetzt. So könne man doch die Rechtmäßigkeit der Verträge überprüfen, immerhin sei das vorab zwischen Stadt Düren und Projektentwickler vereinbarte Rücktrittsrecht von Notar und Rechtsamt nicht umgesetzt worden, sagte etwa Verena Schloemer von den Grünen.

Wieder andere meinten, eine einstweilige Verfügung gegenüber Schneider sei jetzt angebracht. Und noch eins wurde klar: Die Dürener wollen beim Thema Stadthalle Transparenz. So möchte die SPD denn eine öffentliche Ratssitzung zum Thema beantragen. Und dann war da ja noch die Bürgerbewegung. Alex Hauenstein will diese forcieren. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich bei ihm melden (Telefon: 02421/781275 oder alex_hauenstein@yahoo.de).
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