Er war 45 Jahre Herr des Geldes bei Viktoria

Von: Christina Hustedt
Letzte Aktualisierung:
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Über vier Jahrzehnte Kassier bei der Viktoria: Franz Stass.

Arnoldsweiler. „Ich komme mir jetzt schon etwas verloren vor“, gibt Franz Stass zu. Mehr als 45 Jahre lang stand der Kassierer des Fußballvereins Viktoria 08 Arnoldsweiler bei jedem Spiel am Eingang. Nun gab er sein Vorstandsamt aus gesundheitlichen Gründen ab.

Das heißt für Franz Stass allerdings nicht, dass er nicht mehr bei jedem Spiel seines Clubs dabei ist, allerdings nur noch als Zuschauer. Und das sei ein seltsames Gefühl, sagt er.

Beim Pokalspiel in Hürth oder dem ersten Heimspiel nach seinem Rücktritt eben nicht mehr die Eintrittsgelder zu kassieren. „Bisher hieß es immer: Stehst du alter Jeck immer noch da?“, sagt Franz Stass schmunzelnd, aber irgendwann müsse eben Schluss sein.

Vor allem das Kassieren am Platz bei den Heimspielen habe ihm immer besonderen Spaß gemacht; die Beschäftigung, das Plaudern mit guten Freunden und Bekannten, die Gemeinschaft. „Sonst hätte ich das sicher nicht so lange gemacht.“

Franz Stass ist ein echter Arnoldsweiler Jung‘. Und da war es eigentlich keine Frage, als Jugendlicher 1947 in den Fußballclub einzutreten. Damals war er 14 und spielte mit der Schülermannschaft in der Bezirksliga. Auch als Stass seine spätere Frau Helga kennenlernte, hielt ihn das keineswegs vom Kicken ab. „Ich durfte zu den Spielen mitkommen“, erinnert sich Helga Stass schmunzelnd.

Das änderte sich auch nicht, als beide 1961 heirateten und in den folgenden Jahrzehnten. Das Ehepaar Stass fühlte sich eng verbunden mit der Viktoria, er als Spieler bei den alten Herren und als Mannschaftsführer, seine Ehefrau in der Damenabteilung und als Unterstützung. Übrigens auch für den 1965 geborenen Sohn Guido, der ähnlich fußballverrückt ist wie sein Vater. Das Amt des Kassieres beim FC Viktoria 08 übernahm Franz Stass 1968, weil der damalige Kassenleiter Arnold Hecker ihn um Hilfe bat.

„Er sagte, ich sei doch eh jeden Sonntag da, da könne ich auch in den Vorstand kommen“, erinnert sich Stass. Dass daraus mehr als vier Jahrzehnte werden, hätte er sich natürlich nicht träumen lassen. Damals sei er noch alle drei Monate durchs Dorf gegangen und habe die Mitgliedsbeiträge persönlich kassiert. Das sei im Laufe der Jahre natürlich weniger geworden, da mittlerweile fast alles per Lastschrift laufe. Aber den Kontakt mit den Vereinskollegen habe er auch immer sehr geschätzt, auch auf dem Platz, Sonntag für Sonntag bei jedem Wetter.

„Der Zusammenhalt in unserer Mannschaft ist sehr gut und wichtig“, betont Stass. So habe der Verein in den 45 Jahren seiner Amtszeit nur drei Vorstände gehabt. Diese besondere Gemeinschaft ist es, die Franz Stass an seinem Verein besonders schätzt, auch weiterhin.

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