Er spricht die Sprache des Publikums

Von: cus
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Die Art, wie Jürgen B. Hausma
Die Art, wie Jürgen B. Hausmann seine Lebensweisheiten unters Publikum bringt, lässt das Lachen zum Automatismus werden. Foto: Marcus Gieske

Vossenack. In Anbetracht der Schlange von parkenden Autos, die bei weitem die Kapazität des Parkplatzes sprengte, konnte leicht der Verdacht aufkommen, dass die Aula des Franziskus-Gymnasiums einen Anbau benötigen würde, um die ganze Masse des angereisten Publikums aufnehmen zu können.

Als Jürgen B. Hausmann pünktlich um 20 Uhr die Bühne betrat, wurde wieder einmal sehr schnell klar, warum seine Beliebtheitsskala unaufhaltsam weiter nach oben klettert. Hausmann, oder Jürgen Beckers, wie sein Name lautet, wenn er nicht auf den vielbesagten Brettern, die die Welt bedeuten, steht, brauchte nur einige Minuten, um das erste schallende Gelächter des Abends zu produzieren.

Er spricht die Sprache des Publikums und sicherlich erkennt sich so manch einer der Zuschauer insgeheim in den erzählten Anekdoten wieder. Bei seinem Auftritt kamen diverse Themen - frisch aus dem Alltag gegriffen - auf den Tisch, von der Busreise bis hin zu den Veränderungen in einer langjährigen Ehe. Mit der entsprechend genialen Mimik erklärte Jürgen B. Hausmann das schrittweise Verschwinden der Romantik, mit der Tatsache, dass die Partner den morgendlichen Anblick des Anderen ertragen müssen und kommt zu dem Schluss, dass ein Großteil der Ehen niemals zustande gekommen wäre, wenn die zukünftigen Partner schon beim Kennenlernen gewusst hätten was sie da erwartet.

Ein Grund zu verzagen sei dies allerdings nicht, gab Hausmann seinem Publikum mit auf den Weg und beendete den Ausflug in die Welt der „beziehungstechnischen Probleme”, mit dem Satz „Liebe macht auch im Alter Spaß, zwei Prothesen und ein Glas”.

Ein waschechter Lehrer

Die Entwicklung der „Nachfolgegenerationen” war natürlich auch ein höchst ergiebiges Thema. Wenig verwunderlich, wo doch der Protagonist auf der Bühne auch noch ein waschechter Lehrer ist. Seine Seitenhiebe auf die Jugend kamen jedoch stets augenzwinkernd und niemals mit dem erhobenen moralischen Zeigefinger beim Publikum an.

Seine Darstellung von den Ereignissen im Bus, bei Antritt einer Klassenfahrt, löste dementsprechenden Beifall aus. Bei den Sätzen, „an der Autobahnauffahrt trinken die Schüler noch heimlich, in Höhe der Ausfahrt Frechen packen alle die Flaschen aus, und noch ein Stück weiter saufe ich mit!”, erreichte der Geräuschpegel des Gelächters Höchststände.

Mittlerweile ist Jürgen B. Hausmann zu einer Art „regionaler Institution” avanciert und das zu Recht, der Unterhaltungsgarant ist immer authentisch, frisch und nimmt kein Blatt vor den Mund. Nichts und Niemand ist vor ihm sicher, aber keiner ist ihm jemals böse, wenn er zufällig zum Objekt der typisch Hausmannschen Verballhornung geworden ist. Den Titel seines aktuellen Programms „Nä, dat jibt et jar nit” könnte man somit noch mit den Worten ergänzen „Wie gut der Hausmann die Leute unterhält”.
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