Entwarnung: Kein Dioxin im Futter der Hennen gefunden

Von: Margret Vallot
Letzte Aktualisierung:
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Sehen den Skandal als Chance: Anneliese und Wilhelm Püllen.

Nörvenich/Müddersheim. Legehennen haben in hunderten Betrieben mit Dioxin verseuchtes Futter bekommen. Die Verbraucher sind - gelinde gesagt - verunsichert, „ununterbrochen” rufen zum Beispiel beim Nörvenicher Bauern Püllen die Kunden an. „Aber die können sich alle melden, wir geben gern Auskunft”, sagt Anneliese Püllen.

Familie Püllen hat sich bei ihrem Futtermittel-Lieferanten „RWZ Neuß” erkundigt und die Auskunft erhalten: Das gelieferte Fett werde regelmäßig und freiwillig auf Dioxingehalt hin überprüft, es sei nie etwas gefunden worden. Das werde „RWZ Neuß”, so wurde den „DN” auf Anfrage mitgeteilt, den Abnehmern von Futtermitteln schriftlich bestätigen, „und das werden wir schon heute den Kunden an die Hand geben”, so Anneliese Püllen.

Vernünftige Haltung hat eben ihren Preis

Die Chefin auf dem Hermannhof sieht in dem Dioxin-Skandal auch eine Chance für ihren Betrieb: Die aufwendige Haltung der Tiere bei Püllen habe ihren Preis, und die Kunden „können jetzt besser verstehen, warum das so ist”.

6500 Legehennen halten die Püllens in mehreren Ställen. Die Tiere produzieren etwa 4800 Eier am Tag. Zum Betrieb gehört auch der Legehennenstall des Sohnes mit 8000 Legehennen. Alles in allem in der Branche „ein kleiner bis mittlerer Betrieb mit kleiner regionaler Produktion”, wie Anneliese Püllen erklärt. Die Eier verlassen den Kreis Düren nicht, sie werden beispielsweise an Rewe und Edeka geliefert.

Wie Familie Püllen so ist man auch in Müddersheim in der Hähnchenmastanlage aktiv geworden. Verwalter Richard Hansen teilte auf Anfrage mit, er habe beim Kraftfutterwerk angerufen und mit seinem Futter-Lieferanten gesprochen. Der habe ihm bestätigt, „dass er seit 2007 keinerlei Kontakte mit dem Produzenten des dioxin-belasteten Fettes gehabt hat”.

Kein Grund zur Sorge

Landwirt Gerhard Moonen (1500 Legehennen) hat sich ebenfalls von seinem Hof in Langerwehe aus mit seinem Futter-Lieferanten in Verbindung gesetzt. Und auch diese Firma in Düsseldorf habe ihm bestätigt und werde das auch noch schriftlich tun, so Moonen, dass es keinen Grund zur Sorge gebe. Das Futtermittel sei nicht belastet. Futter für Legehennen kostet zwischen 15 und 30 Euro pro 100 Kilo, hochwertiges Futter sei „für unter 30 Euro nicht zu haben”. Gleichzeitig seien die Weizenpreise hoch. Da könne sich jeder Verbraucher selbst ausrechnen, mit was die Hennen gefüttert werden, derer Eier extrem billig seien.

Vorerst Entwarnung kam am Dienstag auch aus dem Veterinäramt des Kreises Düren. Bis zum Nachmittag wurde dort kein landwirtschaftlicher Betrieb ermittelt, der geschlossen werden musste. Vielmehr ließ die Amtstierärztin Dr. Mounira Bishara-Rizk mitteilen, im Kreis Düren seien alle Betriebe mit über 500 Legehennen aufgesucht und überprüft worden, kein Betrieb habe dioxin-verseuchtes Futter erhalten.
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