Hürtgenwald - Entlang der Kall soll neuer Lebensraum entstehen

Weltmeisterschaft Weltmeister WM Pokal Russland Fifa DFB Nationalmannschaft

Entlang der Kall soll neuer Lebensraum entstehen

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
Auen
In diesen beiden Flutmulden an der Panoramastraße sollen bald Frösche, Kröten und Molche laichen. Sie sind Teil eines großen Projektes an der Kall und ihren Nebenbächen. Foto: smb
16433681.jpg
Projektleiterin Astrid Uhlisch und ihr Team von der Biostation im Kreis Düren haben es umgesetzt. Foto: smb

Hürtgenwald. Das Auengebiet der Kall neben der Panoramastraße sieht derzeit ein bisschen trostlos aus, es gleicht einer Mondlandschaft – allerdings mit Wasser. So mancher Wanderer hat sich bei seinem Ausflug in die Eifel gefragt, warum dort die Bagger angerückt sind. Entlang der Kall soll neuer Lebensraum entstehen.

Die Tümpel, von den Fachleuten Flutmulden genannt, sind bezugsfertig für Grasfrösche, Erdkröten, Molche und Feuersalamander. Wasserfledermäuse sollen dort in Zukunft auf die Jagd nach über dem Wasser schwirrenden Insekten gehen, Ringelnattern sollen Amphibien erbeuten können.

Die beiden Flutmulden, die vom Parkplatz an der Panoramastraße aus gut zu sehen sind, sind Teil eines großen Projektes der Biologischen Stationen im Kreis Düren und der Städteregion Aachen. Seit 2012 wurden 2,8 Millionen Euro in den Lebensraum der Kall und ihrer Nebenbäche investiert. Die Flutmulden an drei Standorten im Kalltal sind einer der letzten Bausteine in diesem umfangreichen Projekt, mit dem bessere Lebensbedingungen für gefährdete Tier- und Pflanzenarten geschaffen werden sollten.

Etliche Hürden entfernt

„Wir haben Auenlandschaften geschaffen und 33 Kilometer Fließgewässer wieder durchgängig gemacht“, erklärt Astrid Uhlisch von der Biologischen Station in Nideggen-Brück. Im Kreis Düren wurden etliche Hürden wie Rohre und Wehre in der Kall und den Nebenbächen entfernt oder umgebaut, damit Bachforellen, Bachneunaugen und Mühlkoppen zu ihren Laichplätzen kommen, wo die kleinen Fische geschützt von größeren Exemplaren der eigenen Art wachsen können. Umgebaut wurden die Gewässer allerdings auch schon mit einem größeren Ziel: der Rückehr des Lachses. Bis dieser aber wieder die Eifel erreichen kann, sind in der Rur noch viele Barrieren, unter anderem an der Mündung der Kall abzubauen.

Außerdem rückten sie die Auen in den Blick: „Das Sohlniveau der Kall ist immer weiter abgesunken, sie läuft immer schneller und gerader“, erklärt Astrid Uhlisch. „Es gibt kaum noch Seitenarme oder Riefen, in denen sich Wasser sammelt. Das aber brauchen Amphibien.“ Und deswegen wurden neue Lebensräume geschaffen. Ob sich an den Tümpeln an der Panoramastraße schon in diesem Jahr Tiere niederlassen, ist fraglich. Vermutlich warten sie, bis Pflanzen das Gewässer umgeben. „Binsen und andere Feuchtwiesenpflanzen wären natürlich toll, aber eingreifen werden wir wohl nur, wenn es zu viel Springkraut gibt“, erklärt Uhlisch.

An anderen Stellen im Kalltal aber, wo solche Mulden im Grünland geschaffen wurden, könnten schon dieses Jahr Frösche und Molche Laich ablegen. Im Sommer dürfen die Flutmulden ruhig austrocknen. „Sie müssen das Wasser nur so lange halten, bis Ende April, Anfang Mai die Entwicklungszyklen der Amphibien abgeschlossen sind.“ Die Tümpel fangen Wasser aus den Hängen auf, können aber auch Hochwasser aufnehmen.

Kein Glied der Kette darf fehlen

„Jedes Tier hat seinen eigenen Wert, ist ein Teil der Nahrungskette. Es ist wichtig, früh aktiv zu werden. Bei den Insekten haben die Menschen auch erst aufgehorcht, als sie an manchen Stellen schon fehlten“, erklärt Uhlisch die Aktion. So seien Fische und Kaulquappen zum Beispiel Nahrung für Eisvögel. „Wir müssen dafür sorgen, dass kein Glied aus der Nahrungskette fehlt.“ Auf dem Gebiet der Städteregion wurden zum Beispiel viele Fichten abgeholzt, um Platz für Auenwälder zu schaffen. Dort stand unter anderem der Blauschimmernde Feuerfalter im Vordergrund. Dieser Schmetterling ist auf die Feuchtwiesenpflanze Schlangenknöterich angewiesen – und auch für diese Pflanze seien Räume geschaffen worden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert