Engagierte Jugendliche reinigen in Embken Grabsteine

Von: ale
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Das Wetter war Grau in Grau, als Bürgermeisterin Margit Göckemeyer (links) auf dem jüdischen Friedhof in Embken den Helfern dankte. Ebenfalls vor Ort: Rabiner Mordechay Bohrer und Mitglieder der Jugendfeuerwehr Embken und Muldenau. Foto: Anneliese Lauscher

Nideggen-Embken. Zum jüdischen Friedhof in Embken hatte die Bürgermeisterin von Nideggen, Margit Göckemeyer, eingeladen. Sie wollte sich bedanken für ein ungewöhnliches Engagement. Es fällt sofort auf, dass auf dem alten Friedhof eine Menge Arbeit geleistet worden ist.

Die Wege sind vom Laub befreit und geharkt, die Grabsteine sind zum größten Teil aufgerichtet und gesäubert worden. Die Stätte macht einen gepflegten Eindruck. Dort haben auf Initiative des Embkener Ortsvorstehers Heinrich Esser, der einigen Hinweisen von Embkener Bürgern nachgegangen ist, junge Menschen angepackt.

Mit Wurzelbürste und Wasser

Brigitte Beusch motivierte im Frühjahr die Firmlinge der katholischen Pfarre Wollersheim/Embken, Reinigungsarbeiten an den Grabsteinen durchzuführen. Sie rückten mit Wurzelbürste und Wasser dem Schmutz und den Flechten zu Leibe. Dieter Peter aus Aachen, der jüdische Friedhöfe im Rheinland betreut, beteiligte sich an diesen Aktionen und freute sich nun über den Erfolg. Auch Wilfried Johnen, der Geschäftsführer des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein, war zum Friedhof gekommen.

Er verwies darauf, dass es sich hier erstens um eine Beerdigungsstätte handele und zweitens um eine Erinnerungsstätte. „Die Friedhöfe sind meist das einzige, was von der jüdischen Bevölkerung übriggeblieben ist”. Bürgermeisterin Margit Göckemeyer drückte ihren Dank aus gegenüber den Initiatoren aus Embken. Sie halte es für wichtig, dass eine würdige Stätte erhalten bliebe.

Sie dankte besonders der Jugendfeuerwehr von Embken und Muldenau, die eine Patenschaft über diesen Friedhof übernommen hat und dafür sorgen will, dass er in gepflegtem Zustand bleiben wird.

Mordechay Bohrer, der in der jüdischen Gemeinde Aachen Rabiner ist, wandte sich mit Dankesworten an die Zuhörer: „Ich empfinde es als tröstend und positiv und schön, dass hier Menschen anderen Glaubens dieses Unternehmen unterstützen.”

Es wurde ein Faltblatt verteilt, das über die Geschichte dieses alten Friedhofs informiert: Der älteste Grabstein stammt aus dem Jahre 1884. Es sind insgesamt 26 Grabsteine, auf manche haben Besucher kleine Steine gelegt zum Zeichen, dass die Toten nicht vergessen sind.
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