Düren - Endlich mehr Schutz für die Opfer

AN App

Endlich mehr Schutz für die Opfer

Von: Ottmar Hansen
Letzte Aktualisierung:
Gleichstellungsbeauftragte Dor
Gleichstellungsbeauftragte Doris Peitz, Maria Brenner (Frauen helfen Frauen), Gilla Knorr (Frauenbüro), Sonja Walt (Frauen helfen Frauen) und Christina van Essen vom Frauenhaus (von links) laden zur Jubiläumsveranstaltung ins Dürener Bürgerbüro ein. Foto: Ottmar Hansen

Düren. „Gewalt zerstört blühendes Leben”, unter diesem Leitsatz steht eine Jubiläumsveranstaltung am 20. November (ab 16 Uhr) im Bürgerbüro der Stadt Düren zur Erinnerung an die Einführung des Gewaltschutzgesetzes vor zehn Jahren.

Durch das Gesetz hat sich vor allem die Situation von Frauen, die in ihrer Wohnung oder in der Partnerschaft Gewalt erleben müssen, erheblich verbessert.

Vor Einführung des Gesetzes war häusliche Gewalt gegen Frauen rein juristisch meist eine „Privatangelegenheit” unter Lebenspartnern. Selbst wenn Betroffene oder Nachbarn die Polizei alarmierten, musste diese oft unverrichteter Dinge wieder abziehen, wenn der Täter bestritt, dass es zu handgreiflichen Auseinandersetzungen gekommen war.

Dank des Gewaltschutzgesetzes ist das heute anders. Es gilt ganz klar: Wer schlägt, muss gehen, das Opfer bleibt in der Wohnung. Die Polizei kann den Gewalttäter zumindest zeitlich befristet aus der Wohnung weisen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der gewalttätige Partner Mieter oder Eigentümer des Hauses ist. Die Polizei kann beide Lebenspartner getrennt befragen - und auch im Haushalt lebende Kinder. Diese sind meistens durch die Eindrücke in ihrem Umfeld traumatisiert. Entsprechend wird das Jugendamt eingeschaltet.

Jede vierte Frau in Deutschland ist mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von Gewalt - meist im persönlichen Umfeld. Viele Übergriffe bleiben dabei immer noch im Verborgenen. Doch seit Einführung des Gesetzes hat sich hier etwas bewegt. „Vor zehn Jahren wurden uns 329 Fälle von häuslicher Gewalt gemeldet”, sagt Gilla Knorr, Leiterin des Frauenbüros der Stadt Düren. „Im vergangenen Jahr waren es mehr als 800 Fälle.”

Was nicht unbedingt bedeute, dass die Gewalt in der Partnerschaft zugenommen habe. „Vielmehr wagen es immer mehr betroffene Frauen, Anzeige zu erstatten und sich Beistand zu holen.” Auch die Nachbarn schauen heute aufmerksamer hin.

Mit Einführung des Gesetzes wurde in der Region eine Zusammenarbeit zwischen den örtlichen Beratungsstellen, Polizei und Justiz am „Runden Tisch gegen Gewalt an Frauen im Kreis Düren” initiiert. Anlässlich der Jubiläumsveranstaltung werden Experten über ihre Erfahrungen berichten. So wird die Juristin Luzia Kleene von der Frauenberatungsstelle Düsseldorf vortragen, wie sie für die Novellierung des Polizeigesetzes in NRW gekämpft hat. Marion Laßka (Polizei Düren) wird über die Umsetzung des Gesetzes berichten, ebenso Sonja Walt vom Frauenhaus in Düren und Maria Brenner von der Jülicher Frauenberatungsstelle.

Im Anschluss wird gegen 17.15 Uhr die Fotoausstellung „Standpunkte gegen Gewalt an Frauen und Mädchen” eröffnet. Grußworte wird Bürgermeister Paul Larue sprechen. Zum Abschluss laden die Veranstalterinnen zum Gespräch ein. Die Teilnahme ist kostenlos. Es wird jedoch um eine Anmeldung im Frauenbüro unter Tel. 02421/252260 oder per Mail an frauenbuero@dueren gebeten.

Der Ablauf der Jubiläumsveranstaltung

Um 16 Uhr erfolgt am 20. November im Bürgerbüro die Eröffnung der Jubiläumsveranstaltung „10 Jahre Gewaltschutzgesetz”durch Bürgermeister Paul Larue.

Um 16.15 Uhr zieht Juristin Luzia Kleene eine Zwischenbilanz zum Gesetz. Um 16.45 Uhr berichten Expertinnen in einer Runde über ihre Erfahrungen aus der Praxis.

Um 17.15 Uhr wird die Fotoausstellung „Standpunkte gegen Gewalt an Frauen und Mädchen” im Bürgerbüro eröffnet. Anschließend gibt es einen Imbiss.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert