Düren - Elino erneut in der Insolvenz

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Elino erneut in der Insolvenz

Von: bugi
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Zum 80-jährigen Bestehen des Unternehmens noch ein Team: Konzernchef Philippe Blandinières (links) und der erfolgreiche Geschäftsführer Dieter Schäufler. Foto: Burkhard Giesen

Düren. Das Dürener Unternehmen Elino Industrieofenbau GmbH hat am Dienstag erneut Insolvenz angemeldet. Zwar kann weiter produziert werden, dennoch stehen 137 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Für die Mitarbeiter des Dürener Unternehmens dürfte die Insolvenz nicht ganz überraschend gekommen sein – sie hatten seit März kein Gehalt mehr bekommen. Dennoch verblüfft die Entwicklung. Im Jahr 2009 musste das Rölsdorfer Traditionsunternehmen erstmals Insolvenz anmelden. Damals gehörte Elino auf Umwegen zu einer amerikanischen Holding und war unverschuldet trotz voller Auftragsbücher in die Insolvenz geraten.

Die Übernahme durch den französischen Konzern Elmetherm brachte dann den Umschwung: Der Rölsdorfer Betrieb erlebte einen deutlichen Aufschwung. Noch im Juni 2013, zum 80-jährigen Bestehen des Unternehmens, investierte man kräftig in die Zukunft: für 750.000 Euro wurde ein neues Labor in Betrieb genommen, um an großen Ofenanlagen forschen und kundenspezifische Tests durchführen zu können.

Im Jahr zuvor hatte der Betrieb den höchsten Umsatz der Firmengeschichte eingefahren. Auch bei den Mitarbeiterzahlen hatte man nach der Insolvenz wieder um 25 Prozent zugelegt. Rosige Aussichten also. Dass es nun anders gekommen ist, kann auch Dr. Mark Boddenberg, der am Dienstag zum vorläufigen Isolvenzverwalter bestimmt wurde, nicht richtig erklären: „Ich habe noch nicht viele Antworten. Ich weiß bisher nur, dass ein Konsortium aus vier Banken dem Unternehmen die Kreditlinie gestrichen hat. Die Gründe dafür konnte mir auch der Geschäftsführer nicht benennen“, so gestern Boddenberg.

Gute Auftragslage

Boddenbergs Ziel ist nun die Stabilisierung des Geschäftsbetriebes: „Es gibt eine zufriedenstellende Auftragslage und hochqualifizierte Mitarbeiter.“ Gute Voraussetzungen also, um das Traditionsunternehmen erneut zu retten – zumal es, wie Boddenberg berichtet, Übernahmeinteressenten gibt.

Das deutet an, was unter der Hand gemunkelt wird: Der Mutterkonzern Elmetherm will Elino loswerden. Zumindest springt Elmetherm selbst nicht bei den Gläubigern ein. Auffällig ist zudem, dass der frühere Geschäftsführer Dieter Schäuffler, der für den Aufschwung bei Elino verantwortlich war, das Unternehmen laut „DN“-Informationen schon Anfang Dezember im Streit um die künftige Ausrichtung des Unternehmens verlassen hat und der Betrieb zuletzt von Elmetherm-Konzernchef Philippe Blandinières geleitet wurde.

Boddenberg hat am Dienstag als erstes die Löhne und Gehälter für die Beschäftigten gesichert und will nun dafür sorgen, dass der Geschäftsbetrieb weiter uneingeschränkt aufrechterhalten werden kann. Immerhin ist Elino mit seinen Produkten am Markt weltweit führend – so präsentiert sich das Rölsdorfer Unternehmen zum Beispiel ab Sonntag auf einer dreitägigen Messe in Schanghai.

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