Düren - Elino: Am Dienstag gibt es 54 Kündigungen

WirHier Freisteller

Elino: Am Dienstag gibt es 54 Kündigungen

Von: Burkhard Giesen
Letzte Aktualisierung:

Düren. Der kommende Dienstag wird für die 137 Beschäftigten des insolventen Rölsdorfer Industrieofenbauers kein angenehmer Arbeitstag: 54 Beschäftigte werden nach Angaben des Insolvenzverwalters Dr. Mark Boddenberg dann ihre Kündigung erhalten.

Eine Auffanggesellschaft wird es – anders als bei der Insolvenz vor fünf Jahren – nicht geben. Boddenberg: „Ich hätte dann nicht ausreichend Mittel, um die Liquidität des Unternehmens zu gewährleisten.“ Stattdessen werden nach einem Sozialplan Abfindungen ausgezahlt.

Nach dem angekündigten Gespräch mit den Banken, die dem Unternehmen im April die Kreditlinie gestrichen hatten, steht nun fest, dass bis auf Weiteres der Insolvenzverwalter das Unternehmen fortführen wird. Einen Verkauf wird es frühestens in drei bis acht Monaten geben. Boddenberg: „Ich will verhindern, dass das Unternehmen für kleines Geld weggeht oder ausverkauft wird.“

Die Weiterführung des Betriebes macht schon deshalb Sinn, weil es genügend Aufträge gibt und Elino als Marktführer auch genügend neue Aufträge an Land zieht. „Daher kommt auch die gute Laune – wir erfahren Unterstützung durch den Markt“, erläutert Boddenberg. „Ich habe ein Managementteam aus der zweiten Führungsebene etabliert“, so Boddenberg, das gemeinsam mit ihm die Geschicke des Unternehmens leiten wird.

Mit deutlich weniger Beschäftigten und einer innerbetrieblichen Umstrukturierung will Boddenberg die Firma wieder fit für den Markt machen und in die Gewinnzone führen – ähnlich, wie es ihm auch schon beim angeschlagenen Unternehmen Reflex gelungen ist, das in kürzester Zeit wieder schwarze Zahlen geschrieben hat.

Möglich wurde die jetzige Lösung, weil die beteiligten Banken sich verpflichtet haben, für die Liquidität des Unternehmens zu sorgen – nicht ganz ohne Eigennutz. Ohne die Vereinbarung wären im schlimmsten Fall Bankbürgschaften in Millionenhöhe fällig geworden.

„Wir wollen, dass das Unternehmen weiter bestehen bleibt“, betonte auch Mike Jörres vom Betriebsrat. Dazu seien die anstehenden Entlassungen leider die Voraussetzung. Jörres ist für die betroffenen Kollegen aber optimistisch: „Das sind alles gut ausgebildete Fachkräfte. Die haben auf dem Arbeitsmarkt gute Chancen.“ Kritisch sieht Jörres eher einen anderen Punkt: das Verhalten der früheren Geschäftsführung. „Das ist schwer nachvollziehbar. Man entwickelt da einen Groll.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert