Elfmeter-Krimi geht in die Geschichtsbücher der Sportfreunde ein

Von: Kevin Teichmann
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Konzentration auf den Elfmeter-Krimi, bei dem die Dürener als Sieger vom Platz gingen. Foto: Kevin Teichmann

Düren. Flutlicht, etwa 1300 Zuschauer, ein gelungenes Rahmenprogramm und Fritz-Walter-Wetter. Alles war angerichtet für einen echten Leckerbissen im Oststadion am Mittwochabend. Das Mittelrhein-Pokalspiel gegen die vier Klassen höher spielende Fortuna aus Köln sollte in die Geschichtsbücher der Sportfreunde Düren eingehen.

Dabei sah es zunächst nicht nach einem Wunder gegen die übermächtig scheinende Fortuna aus. Die Gäste gingen in der 25. Spielminute per Schlenzer von Michael Lejan in Führung. Doch die Kölner konnten keine weiteren Torchancen im ersten Durchgang nutzen.

In der zweiten Halbzeit stellten die Fortunen das Spiel nach vorne nahezu komplett ein und hatten keinen einzigen Torschuss mehr. Munter aufspielende Dürener konnten die Schwächephase des Gegners bereits in der 53. Minute nutzen, um durch Andy Kronberg nach Torwartfehler zu egalisieren und verpassten es kurz vor dem Ende, weiter vorzulegen. So ging es in die Verlängerung, welche denkbar ungünstig startete: Elfmeter für Fortuna Köln!

Ein Kölner wurde im Strafraum zu Boden gerissen, für Sportfreunde-Trainer Dirk Krischer „kein klarer Elfer!”. Steffen Moritz verwandelte allerdings sicher zum 2:1 für die Fortuna.

Durch den herben Rückschlag sollten die Dürener sich jedoch nicht unterkriegen lassen. Unter Anfeuerungen der Zuschauer warfen die Sportfreunde noch einmal alles nach vorne und kamen tatsächlich zum hochverdienten Ausgleich in der 107. Minute - auch per Elfmeter, den Thomas „Bum-Bum” Betzer verwandelte.

Seine Kaltschnäuzigkeit vom Punkt konnte er ganz einfach erklären: „Ich verschieße nie!”

Kaltschnäuzigkeit bedurfte es dann auch im Elfmeterschießen. Wieder trat Betzer an und versenkte. Nach einem Kölner Schuss an die Latte konnte Hermann Altergott die Sportfreunde in Front schießen. Nuri Murazaki besorgte das dritte Elfmeter-Tor der Dürener, bevor Dennis Düren den Schuss von Gäste-Torwart Paucken sensationell hielt.

Youngster Kai Mucha (20) vollstreckte in Folge zum 6:4. Es gab kein Halten mehr und das Publikum stürmte den Platz, um mit den Spielern zu feiern. Mucha konnte auch lange nach dem Spiel noch nicht in Worte fassen, was da eigentlich passiert war, betonte aber: „Die Meisterschaft hat trotzdem Priorität.”

„Fortuna war der stärkste Verein im laufenden Wettbewerb. An so einem Tag können wir jeden schlagen”, formulierte Hermann Altergott da schon etwas frecher und Betzer träumte schon vom Finale gegen seinen Wunschgegner, „meinen Ex-Klub Borussia Freialdenhoven”.

„Wir haben hinten dicht gemacht und klug nach vorne gespielt”, freute sich Trainer Dirk Krischer über das Aufgehen seiner Taktik und wünschte sich im Halbfinale „wieder ein Heimspiel”.

SFD-Präsident Stephan Wolf war besonders davon angetan, dass die Zuschauer „trotz Regen nicht nach Hause gegangen sind” und verglich das Ambiente mit dem der Dürener Lichter: „Die Sportfreunde Düren sind ein schlafender Riese, den man nur erwecken muss!” Auch wenn ein Pokalsieg zur Teilnahme an der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals berechtigt - das übergeordnete Ziel bleibt „der Aufstieg in die Landesliga”, um „noch viele Feste mit den Dürenern im Oststadion zu feiern”.
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