Düren - Elektronische Bücher werden in Düren immer beliebter

Elektronische Bücher werden in Düren immer beliebter

Von: Anja Klingbeil
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Klein und handlich: Auf einen E-Book-Reader passen tausende Bücher. Foto: Anja Klingbeil

Düren. Manfred Wirtz steht zwischen den Regalen in der Dürener Stadtbücherei. Links und rechts von ihm stehen die Werke ordentlich sortiert, alphabetisch und thematisch. Ab und an bleibt er stehen und nimmt sich ein Exemplar heraus. Hält es in Händen, blättert kurz darin und liest den Klappentext.

Mittlerweile hat er sich so schon einige Schmöker zusammengesucht, die er mit nach Hause nehmen wird. „Ein Buch zu lesen, das ist etwas Besonderes. Es in der Hand zu halten, darin zu blättern. Zeitung lese ich auch nicht gerne am PC”, sagt der 38-jährige Postbote, während er weiter nach der neuesten Literatur forscht.

Gut 88.000 Medien gibt es in der Stadtbücherei. Zehn Prozent davon sind so genannte AV-Medien. Dazu gehören DVD, CD, CD-Rom und auch Hörbücher. E-Books sind nicht im Sortiment. Doch vielleicht ist das nur noch eine Frage der Zeit.

Schon jetzt finden die elektronischen Bücher im Handel stetig steigenden Absatz. Für den amerikanischen Raum meldet ein großer Internet-Buchversandhandel gar mehr verkaufte E-Books als klassische Bücher. Für die braucht es entweder einen Computer, um sie zu lesen, oder einen Reader. Statt einen dicken Wälzer mit in den Urlaub zu schleppen, reicht dieses knapp 300 Gramm schwere Gerät aus.

Der Reader nimmt keinen Platz im Koffer oder Handgepäck weg, und es passen nahezu unendlich viele Bücher drauf. „Der Sony-Reader, den wir verkaufen, hat einen interne Festplatte von 512 Megabyte. 160 E-Books lassen sich darauf speichern”, erklärt Antje Pütz, Geschäftsführerin der Thalia-Buchhandlung. Der Speicherplatz ist zudem erweiterbar, so dass sagenhafte 13.000 E-Books Platz hätten. Eine komplette Bibliothek zum Mitnehmen in der Handtasche. Mehr als eine Lebensaufgabe, diese alle zu lesen.

Eine schöne neue Welt. Oder vielleicht auch nicht? Werden die Buchhandlungen und Bibliotheken vielleicht irgendwann überflüssig? E-Books lassen sich bereits jetzt bequem mit wenigen Mausklicks downloaden, wie das Neu-Deutsch so schön heißt. Und nicht nur das: Die Reader entwickeln sich in rasanter Geschwindigkeit weiter. Werden immer schneller, immer besser.

Die neueste Generation, die jüngst auf einer Elektronik-Messe in den USA vorgestellt wurde, lässt sich ganz flexibel in alle Richtungen biegen und kommt mit einem Farb-Display daher. Damit sind wohl auch bald die Zeiten in Schwarz-Weiß vorbei. „Mit dem passenden Stift lassen sich auf dem Touchscreen des Readers nicht nur Textstellen markieren und abspeichern, so dass sie direkt wiederzufinden sind, ohne lästiges Blättern. Man kann auch darauf zeichnen”, erklärt Antje Pütz anhand des Vorführgeräts in der Buchhandlung.

Auf den Readern lassen sich zudem Audio- und Foto-Dateien speichern sowie abspielen. Der Text lässt sich um ein Vielfaches vergrößern. „Das finde ich praktisch. Meine Dioptrin-Zahl wird ja auch immer mehr”, sagt Bibliothekarin Karin Deutsch. Nur Umblättern müsse man dann sicher häufiger, meint die 56-Jährige. Apropos Blättern: Einige Modelle geben sogar das typische Papiergeräusch, das dabei entsteht, wider.

Die Nachfrage ist groß: „Zu uns kommen viele Leute, die sich dafür interessieren”, erzählt Antje Pütz. Dabei ist die Anschaffung noch relativ teuer. Ein Reader kostet ab 200 Euro aufwärts. Die elektronischen Bücher unterliegen der Preisbindung. Die Verlage als Herausgeber legen dafür die Preise fest. In der Regel sind sie etwas günstiger als die Printausgabe oder stimmen mit dem Preis des Taschenbuches überein. „Die Verkäufe der Reader und die Downloadzahlen steigen. Nicht so rasant wie in den USA, aber kontinuierlich”, sagt Jördis Beatrix Schulz, Leiterin Bereich Kommunikation Mayersche Buchhandlung.

Doch komplett wird das elektronische Buch die Papierausgaben wohl nicht verdrängen. „Können sie sich vorstellen, dass es vor allzu langer Zeit noch keine Taschenbücher gab? Das klassische Taschenbuch ist noch gar nicht so alt, wie man meint. Die schönen Hardcover-Ausgaben gibt es aber nach wie vor. Und wer möchte darauf verzichten?”, fragt Jördis Beatrix Schulz. So ähnlich wird wohl auch die Entwicklung des E-Books verlaufen. Für jeden gibt es also das passende Angebot: Hardcover, Taschenbuch, Hörbuch oder E-Book. Und auch Manfred Wirtz, der am Ende seines Bibliotheksbesuches einen ganzen Stapel Bücher mit nach Hause nimmt, wird nicht auf die geliebten Printausgaben verzichten müssen.
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