Düren - Eisige Kälte hat Dürener Region im Griff

Eisige Kälte hat Dürener Region im Griff

Von: Ottmar Hansen
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Auch wenn die Eisschicht auf d
Auch wenn die Eisschicht auf dem Weiher an Schloss Burgau im Sonnenlicht so schön glitzert und geradezu zum Schlittschuhlaufen einlädt: Das Betreten ist lebensgefährlich. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Ganz Düren bibbert. So kalt wie zum Beginn dieser Woche war es an der Rur schon lange nicht mehr. Genau genommen seit 21 Jahren. „Zuletzt war es 1991 in einem Februar so kalt”, hat „DN”-Wetterexperte Karl-Josef Linden recherchiert.

Immerhin: Die Rur fließt noch! Joachim Lange vom Wasserverband Eifel Rur kann sich nur an vier Jahre erinnern, in denen die Rur zumindest teilweise zugefroren war: 1963, 1985, 1986 - jeweils im Februar und 1997, im Januar.

Dass die Rur nicht, wie etwa derzeit die Elbe, so schnell zufriert, hat mehrere Gründe. Neben der schnellen Fließgeschwindigkeit (Lange: „Das Wasser braucht von der Eifel bis zur Maas-Mündung nur etwas mehr als einen halben Tag”) sorgen Einleitungen der Industrie entlang der Rur für steigende Wassertemperaturen.

Hinzu kommt das Talsperrensystem. Auch wenn, wie derzeit beim Obersee, die Oberfläche eine einzige Eisfläche ist: Auf dem Grund der Stauseen ist es auch im knackigen Winter zwischen plus 4 und plus 7 Grad warm. Und vom „warmen” Seeboden wird das Wasser in die Rur abgeleitet.

Probleme bereitet dem WVER derzeit die Versorgung des Kraftwerkes in Hasenfeld mit Wasser aus der Urfttalsperre. Das Wasser wird durch oberirdische Röhren nach Hasenfeld geleitet.

„Das Wasser muss ständig in Bewegung gehalten werden, damit es nicht einfriert”, so Lange. Schwierigkeiten gibt es angesichts der Minustemperaturen auch in den Kläranlagen. Die „Rundräumer” im Becken frieren fest. Da muss bei Bedarf ein Monteur ran.

Wer bei dem Wetter im warmen Büro sitzt, ist schon zu beneiden. Der Briefträger muss trotzdem raus. Wärmende Fäustlinge an den Händen scheiden aus, damit lässt sich kein schmaler Briefumschlag greifen. „Unsere Leute haben Spezialhandschuhe aus Wolle an, bei denen die Fingerkuppen frei sind”, verrät Post-Sprecher Dieter Pietruck.

Ansonsten rüste sein Unternehmen die Mitarbeiter mit besonders dicken Jacken und Hosen aus. Bei Bedarf gibt es auch eine Mütze mit Fell für die Ohren auf Kosten der Post. Nur die wärmenden Spezialschuhe müsse der Zusteller, zu einem Sonderpreis, selbst erwerben.

„Unsere Mitarbeiter berichten aber immer wieder, dass nicht die Kälte selbst das Problem ist, sondern der eisige schneidende Wind”, so Pietruck. Ein Tipp der Post: Viel trinken, damit der Kreislauf in Bewegung bleibt.

Was ist, wenn die Feuerwehr bei einem Brand zwar rasch am Einsatzort ist, der Hydrant für die Löschwasserversorgung aber bei dieser Kälte eingefroren ist? Alles schon passiert, schildert Rudolf Esser, Sprecher der Dürener Feuerwehr.

In solchen Fällen bringe die Wehr Gasbrenner zum Einsatz, um die Hydranten aufzutauen. „Außerdem haben wir in der Regel ein Löschfahrzeug mit einem 4000-Liter-Tank dabei.” Natürlich müsse man darauf achten, dass das Wasser in den C-Rohren nicht gefriere. Für die Helfer werde es gefährlich, wenn Löschwasser auf der Straße zu Eis gefriere und alles in eine Rutschbahn verwandele.

Die Feuerwehr wurde schon mehrfach zum Burgauer Weiher gerufen, weil Passanten fest gefrorene Schwäne gemeldet hatten. „Doch bislang mussten wir noch kein Tier befreien, das hat aus der Ferne immer schlimmer ausgesehen”, sagt Rudolf Esser.

Tiere haben es bei der Eiseskälte jedoch nicht einfach. Vor allem Hunde litten unter Eisklumpen und Streusalz zwischen den Pfoten, so Jürgen Plinz vom Tierschutzverein. „Deshalb müssen die Hundepfoten nach dem Spaziergang lauwarm gereinigt werden”, rät Plinz. Und anschließend mit Fettbalsam eingerieben.

In der Regel seien Hunde durch ihr Fell ganz gut gegen Kälte gewappnet. Plinz: „Nur wenige Kurzhaarrassen wie etwa der Rehpinscher brauchen eine Winterbekleidung.” Katzen benötigten vor allem einen frostfreien und trockenen Schlafplatz. Und mehr Futter. Auch Vögel litten derzeit Not. Plinz: „Die Vögel gehen jetzt schon früh am Morgen auf Futtersuche, wenn sie keines finden, überleben sie womöglich den Tag nicht.” Wer den fliegenden Sängern helfen will, möge für ein sauberes und gutes Futterangebot im Garten sorgen, bittet Plinz.

Der Dürener Servicebetrieb warnt derweil vor dem Betreten der Eisfläche auf den Badeseen: Lebensgefahr!
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