Düren - Eis und Schnee machen älteren Generation das Leben schwer

Eis und Schnee machen älteren Generation das Leben schwer

Von: Margret Vallot
Letzte Aktualisierung:
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Ist normalerweise drei Stunden am Tag draußen: Ingried Zimmermann. Wegen des Schnees musste sie sich umstellen.

Düren. Seit fast zwei Wochen macht uns die weiße Pracht nicht nur Freude, sondern auch Probleme. Gemeint sind jetzt einmal nicht die Autofahrer, sondern die alten Menschen. Nicht wenige haben geradezu Angst vor spiegelglatten Bürgersteigen und Schneeknubbeln am Straßenrand.

Aus nachvollziehbaren Gründen: Stürze und Sprünge über Schneehaufen können für Seniorinnen und Senioren verhängnisvoll sein.

Mit den Nöten und Lebensgewohnheiten älterer Menschen kennt sich Dr. Branimir Sikic-Muhle gut aus. Der Geriater am Birkesdorfer Krankenhaus beobachtet, dass zur Zeit viele ältere Menschen „aus Sparsamkeit die Räume nicht so heizen, wie es sein müsste”. Das, so der Arzt, „erleben wir immer wieder”. Die Heizungen müssten aber so hochgedreht werden, dass es in den Räumen 22 bis 24 Grad warm ist.

Ältere Menschen reagieren auf Temperaturschwankungen empfindlicher als junge. Sie sollten unbedingt nicht den ganzen Tag zu Hause in trockener Luft sitzen, rät der Arzt, „denn das belastet die Schleimhäute der Amtemwege.

Wer raus geht, setzt sich der Gefahr aus zu stürzen. Senioren sollten sich jetzt nicht scheuen, zu Gehhilfen zu greifen. „Sehr sinnvoll”, sei es, so Sikic-Muhle, mit Begleitpersonen an die frische Luft zu gehen, für ältere Menschen „herrscht nämlich keine Ausgangssperre”.

Auf richtige Kleidung für Demenzkranke müsse jetzt genau aufgepasst werden, „denn sie merken nicht immer, ob es draußen gerade warm ist oder kalt”. Eine Person sei dieser Tage sogar mit fast erfrorenen Beinen eingeliefert worden, berichtet der Arzt.

Einmal am Tag an die frische Luft, das muss in ihrem hochmodernen Rollstuhl beispielsweise Ingried Zimmermann, die im Haus St. Anna wohnt. Aber statt wie sonst drei Stunden, ist sie jetzt nur eine Stunde in der Innenstadt unterwegs und dabei schon gestürzt. Abgesenkte Bordsteine seien nämlich vom Schnee bedeckt und nicht zu erkennen.

„Wer in einem manuell betrieben Rollstuhl sitzt, muss jetzt ganz innen bleiben”, hat Geschäftsführer Frank Leßenich beobachtet. Wegen Schnee fallen Marktbesuche, Cafébesuche, Kirchgänge oder Spaziergänge aus. Zu viele Schneeknubbel, zu viele Pfützen. Entsprechend fällt auch die Rollstuhl-Ralley flach, und das Ausgehen mit dementen Personen sei reduziert.

Rollatoren haben keine Winterreifen, erklärt der Leiter von Haus St. Anna, „die Bremsen greifen nicht”. Auf glatten Bürgersteigen habe man damit keinen Halt.

Karl-Heinz Pakulat, der Vorsitzender des Seniorenrates und noch gut zu Fuß ist, hält besonders Schneehügel, in die man reintreten muss, wenn man aus dem Bus steigt, für wahre Fallen für Senioren. Auf Schneematsch, der „glatt wie Schmierseife ist”, würden auch junge Menschen ausrutschen. Nur überstehen die einen Sturz meist deutlich leichter als ein älterer Mensch.
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