Niederzier - Einzelkandidatur: Richard Vendt riskiert SPD-Rausschmiss

Einzelkandidatur: Richard Vendt riskiert SPD-Rausschmiss

Von: Jörg Abels
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Richard Vendt tritt in Huchem-Stammeln als Einzelkandidat zur Kommunalwahl an. Foto: Abels

Niederzier. Einzige schuldenfreie Kommune weit und breit, zahlreiche Investitionen in die Infrastruktur und eine mit über 80 Prozent gewonnene Bürgermeisterwahl im November: An Rückenwind für die Kommunalwahl sollte es der Niederzierer SPD eigentlich nicht mangeln.

Gegenwind aber kommt aus den eigenen Reihen. Nachdem bereits Eberhard Ludwig, langjähriger Vorsitzender des SPD-Dis-trikts Niederzier, der Partei den Rücken gekehrt hat, um bei der Ratswahl für die Grünen anzutreten, schert jetzt auch das langjährige Ratsmitglied Richard Vendt aus. Der Huchem-Stammelner, seit fast 45 Jahren in der SPD, tritt in seinem Wahlbezirk als Einzelkandidat gegen den von der SPD nominierten Toni Chorus an.

Hintergrund ist ein Zerwürfnis mit dem Ortsvereins- und Fraktionsvorsitzenden Ortwin Clever, das bis ins Jahr 2009 zurückreicht. Damals – Vendt gehörte auch dem Kreistag an und wollte erneut kandidieren – präsentierte Clever kurz vor der Nominierung mit Sandra Bozkir eine Gegenkandidatin, die sich durchsetzte. Diesen „Vertrauensbruch nach jahrelanger Zusammenarbeit im Ortsvereinsvorstand“ hat Vendt Clever nie verziehen.

Seitdem ist das Tischtuch zerschnitten. Dazu kommen unterschiedliche Auffassungen bei der geplanten Erweiterung des Gewerbegebiets Rurbenden, bei der Vendt – anders als die SPD-Fraktion und Bürgermeister Hermann Heuser – den Hochwasserschutz entlang des „Langen Grabens“ in Huchem-Stammeln nicht ausreichend berücksichtigt sieht. Die Folge: Vendt, der seinen Wahlkreis 2009 mit über 75 Prozent der Stimmen gewann, wurde von der SPD nicht mehr nominiert.

„Ich lasse aber die Bevölkerung in Huchem-Stammeln nicht im Stich“, begründet Vendt nun seine Einzelkandidatur, auch wenn die ein Parteiausschlussverfahren zur Folge haben könnte. „Ich bleibe Sozialdemokrat, mit oder ohne Parteibuch,“ gibt er sich kämpferisch.

Ortwin Clever will nach der Sitzung des Wahlausschusses am morgigen Donnerstag den SPD-Landesvorstand informieren. „Laut unserem Parteistatut darf kein Mitglied gegen ein anders aus den eigenen Reihen kandidieren.“ An einen sofortigen Ausschluss aus der Ratsfraktion denkt Clever nicht. Er dankt Vendt ausdrücklich für sein langjähriges Engagement, bedauert wie Hermann Heuser die Entwicklung, betont aber auch, dass Vendt alle Gesprächsangebote in den vergangenen Jahren ausgeschlagen habe.

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