Düren - „Einzelhandelskonzept ist kein Dogma”

„Einzelhandelskonzept ist kein Dogma”

Von: Ingo Latotzki
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Das Schild mit der Aufschrift
Das Schild mit der Aufschrift „Baukompetenzzentrum” weist den Weg auf neue Geschäfte, die im Gewerbegebiet „Im Großen Tal” entstanden sind oder entstehen. Das bisher größte ist „Bauhaus”, heute wird für den Gastronomiebetrieb „L´Osteria” Richtfest gefeiert. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Seit in Düren über die Ansiedlung des Sportartikel-Vertreibers Decathlon diskutiert wird, ist auch das Einzelhandelskonzept der Stadt intensiv im Gespräch. Nachdem der Stadtentwicklungsausschuss grünes Licht für die Ansiedlung gegeben hatte (wir berichteten), ist klar: Das Konzept, das die Geschäfte in der City schützen soll, muss umgeschrieben werden.

Denn eigentlich dürfte sich der französische Konzern nicht im Gewerbegebiet „Großes Tal” ansiedeln, weil er Produkte anbietet, die es auch in der Dürener Innenstadt gibt. Oder ist die Ansiedlung doch mit den Vorgaben zu vereinbaren

„Wir haben das Konzept nie als absolutes Dogma gesehen”, sagt SPD-Fraktionsvize Ulf Opländer. Es ginge in erster Linie darum, „Wildwuchs auf der grünen Wiese zu verhindern”. Wenn aber Decathlon komme, dann sei „das keine Katastrophe für den Handel in der Innenstadt, weil nicht so viele Angebote tangiert sind”. Ähnlich sieht das auch CDU-Fraktionsvorstandsmitglied Thomas Floßdorf. „Die Frage ist: Wie hoch sind die Überschneidungen. Was bietet Decathlon im Gewerbegebiet an, obwohl es gleiche Waren auch in der City gibt?” Und in welchem Maß genau geschieht das?

Floßdorf kann sich vorstellen, dass demnächst eine Art Quotenregelung in das Konzept aufgenommen wird, damit nicht „jeder, der sich nach Decathlon ansiedeln möchte glaubt, er habe freie Fahrt.” Decathlon bietet Produkte für mehr als 70 Sportarten, zudem Waren für die Freizeitgestaltung. In Düren ist an eine Verkaufsfläche von 10.000 Quadratmetern gedacht.

Floßdorf hat nie ein Hehl daraus gemacht, dass er für die Geschäftseröffnung ist. In seiner Fraktion war die Frage umstritten, letztlich setzte sich der Pro-Flügel mit 12:10 in einer internen Abstimmung durch. Möglicherweise wird ein erneutes Gutachten klären, wie groß die Überschneidungen im Warenangebot sind.

Für SPD-Fraktionsvize Opländer würde Düren „in jedem Fall attraktiver”. Um neue Kunden, die nach Düren kämen, auch in die Innenstadt zu locken, müsste die City „attraktive Angebote machen”. Das finge bei den Geschäften an, betreffe aber auch Kultur und Gastronomie.

CDU-Politiker Floßdorf kann sich vorstellen, auf „die guten Angebote in der City schon im Gewerbegebiet Großes Tal mit Tafeln hinzuweisen”. Kunden könnten etwa mit der Rurtalbahn in die Stadt fahren. Wie Ulf Opländer führt der Christdemokrat das Argument an, dass Decathlon, wenn es sich nicht in Düren ansiedeln könne, in der Nachbarschaft, etwa am Kerpener Kreuz, baut. „Dann fahren die Leute eben da hin.” Thomas Floßdorf ist im niederländischen Kerkrade gewesen, wo Decathlon eine Filiale unterhält. „Da sah man an jedem dritten Auto DN-Kennzeichen”, erzählt Floßdorf. „Und danach fahren die Leute ins nicht weit entfernte Heerlen, um dort auch noch einzukaufen.”
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