„Einfach abgeholzt“: Grüne protestieren gegen Baumfällung

Von: oha
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Wo Bäume standen, liegt jetzt nur noch ein Haufen Foto: Hansen

Düren. Auf einem Privatgrundstück zwischen In der Mühlenau und Dr.-Overhues-Allee sind zwei Laub- und vier Nadelbäume gefällt worden. Mit Genehmigung des Dürener Servicebetriebes. Die Ratsfraktion der Grünen fordert in diesem Zusammenhang eine neue Baumschutzsatzung für die Stadt.

„Das war hier früher eine wunderschöne Obstwiese“, erinnerte sich Grünen-Fraktionsvorsitzende Verena Schloemer am Mittwochmorgen vor Ort. Zuletzt war das Grundstück allerdings ziemlich wild bewachsen. Das sei aber noch lange kein Grund, „hier alles abzuholzen“, so Ratsmitglied Bruno Voß. Die gültige Baumschutzsatzung der Stadt stammt aus dem Jahr 1985. Aktualisiert wurde sie 2001, aber auch nur, um die angedrohte Strafe bei Zuwiderhandlung von DM auf Euro (Höchststrafe 25.000 Euro) umzustellen. Sonst hat sich nichts geändert. Schloemer: „Der Entwurf einer neuen Satzung schlummert seit Monaten im Schreibtisch des früheren Baudezernenten, Hans Wabbel. Da liegen die Papiere vermutlich immer noch. Mal sehen, ob sein Nachfolger Paul Zündorf das Thema jetzt endlich anpackt.“

Die Grünen fordern vor allem die Zuständigkeit in einer Hand. Derzeit ist das Tiefbauamt gefragt, wenn Bäume wegen größerer Bauprojekte weichen müssen. Der Dürener Servicebetrieb ist verantwortlich, wenn Bürger den Antrag stellen, einen Baum auf ihrem Grundstück fällen zu dürfen. Schloemer: „Der Stadtförster sollte künftig für alle Baumfällungen verantwortlich sein.“

Im konkreten Fall hat der DSB die Fällung der Bäume genehmigt. „Es ging um vier 15 Meter hohe Fichten, die das ganze Gelände beschatteten und unter Umständen großen Schaden angerichtet hätten, wenn sie umgestürzt wären, eine Rosskastanie, die bereits geschädigt war und einen Ahornbaum, der zu dicht an einem Walnussbaum stand“, listete Beate Steiger-Nohr auf Anfrage die Gründe auf, warum die Säge anrückte. Doch selbst nach der Fällaktion bleibe das Grundstück naturnah und mit einem relativ großen Baumbestand. Der Eigentümer habe mitgeteilt, dass er auf dem Areal Gärten anlegen wolle. Als Ersatz für die gefällten Bäume habe er sich verpflichtet, eine Wildhecke anzupflanzen.

Beate Steiger-Nohr hat beobachtet, dass die Anträge, Bäume fällen zu dürfen, zunehmen: „Die Akzeptanz für Bäume nimmt derzeit ab. Bäume haben anscheinend keine Lobby mehr.“

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