Düren - Einer schwangeren Frau das Leben gerettet

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Einer schwangeren Frau das Leben gerettet

Von: kin/athe
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Chems-Eddine Kabani, Ziyacan Tozlu,Mohammad Khalaf und Fabian Aydin (von links) haben einer schwangeren Frau das Leben gerettet. Schulleiter Stefan Wernerus (2. v.l.) ist stolz auf die vier. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Hinter Fabian Aydin, Mohammad Khalaf und Ziyacan Tozlu liegt eine super Klassenfahrt. Zehn Tage waren die Jungs von der Hauptschule St. Josef im Juni auf Klassenfahrt im spanischen Lloret de Mar, haben Meer und Strand genossen und zwischendurch auch einen Ausflug nach Barcelona gemacht. Auf der Rückfahrt mit dem Bus passierte dann in der Nähe von Nimes ein schreckliches Unglück.

Und die drei Jungs sowie ihr Lehrer Chams-Eddine Kabani wurden zu Lebensrettern. „Es war kurz vor Mitternacht”, erinnert sich Englisch- und Sportlehrer Kabani, „als wir plötzlich einen lauten Knall gehört haben.” Der Bus habe dann angehalten, er sei zunächst alleine ausgestiegen, so der Lehrer. „Ein Mann hatte sich vor den Bus geworfen, weil er sich das Leben nehmen wollte.”

Aber damit nicht genug: der Selbstmörder ist durch den Zusammenprall mit dem Bus durch die Luft geschleudert worden und mit einem weiteren Auto in Kollision geraten. Chems-Eddine Kabani: „Das Fahrzeug wollte ausweichen, der Fahrer hat die Kontrolle über das Auto verloren und sich mit dem PKW überschlagen.” Chems-Eddine Kabani wollte dem Fahrer des französischen Wagens helfen, der hat ihn gebeten, seine junge schwangere Frau aus dem Auto zu befreien. Kabani: „Fenster und Türen an dem Auto waren zu, obwohl der Fahrer draußen war.”

Der Lehrer hat versucht, eine Scheibe einzuschlagen, ohne Erfolg. Zurück im Bus hat er Fabian Aydin, Mohammad Khalaf und Ziyacan Tozlu um Hilfe gebeten. „Das sind meine Jungs”, so Kabani. „Die haben mir immer geholfen, wenn es nötig war.”

Auch Mohammad Khalaf und Ziyacan Tozlu ist es nicht gelungen, ein Fenster des Autos einzuschlagen oder zu treten, erst Fabian Aydin hat das geschafft. Gemeinsam konnten die vier dann die schwangere Französin bergen. An eine zügige Heimfahrt war natürlich nicht mehr zu denken. Der Busfahrer musste eine ausführliche Aussage bei der Polizei machen, die Schüler aus Düren haben die Zeit in der Turnhalle eines französischen Gymnasiums verbracht. Erst am frühen Sonntag Morgen ging es dann weiter in Richtung Düren. „Wichtig war”, so Schulleiter Stefan Wernerus, „dass die Schüler bei uns noch psychologisch betreut worden sind.”

Die ersten beiden Tage nach der Klassenfahrt gab es für die betroffenen Jugendlichen schulfrei, danach fanden an drei weiteren Tagen noch psychologische Gespräche mit Mitarbeitern des schulpsychologischen Dienstes und der Traumastation des St.-Marien-Hospitals statt. „Es war schon erst mal ein Schock”, so Fabian Aydin, „dass sich ein Mensch das Leben genommen hat. Aber dann ist es einfach ein gutes Gefühl, das wir helfen konnten und nichts passiert ist.”
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