Düren - Eine Schule, die in 100 Jahren viel gesehen hat

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Eine Schule, die in 100 Jahren viel gesehen hat

Von: Fred Schröder
Letzte Aktualisierung:
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Eine hundert Jahre alte Schule in Daten, Fakten und Anekdoten: Johannes Veith (rechts) und Peter Bönsch berichteten im Stadtmuseum „auf der Couch“ über ihre Zeit in der Ostschule. Foto: Fred Schröder

Düren. Was eine hundert Jahre alte Schule so alles erzählen kann! Und welche Anekdoten ehemalige Schüler „auf der Pfanne haben“! Die Mischung, gepaart mit Interesse und informativen Daten und Fotos, das ergibt einen zwanglosen und unterhaltsamen Abend. So geschehen im Stadtmuseum, wo in der weiteren Folge der Reihe „Dürener auf der Couch“ diesmal die Ostschule die Hauptrolle spielte.

Neben dem Gebäude, das im vergangenen Jahr 100 Jahre alt wurde, glänzten die folgenden Akteure: Peter Bönsch (Jahrgang 1927) und Johannes Veith (Jahrgang 1937) machten in dem mit weit über 100 Personen gefüllten Stadtmuseum den Abend fast zu einem Klassentreffen der besonderen Art.

Rolf Terkatz („Die Ostschule war meine Wunschschule“) konnte als Moderator aus dem Vollen schöpfen, war er dort doch selbst lange Zeit Lehrer. Und so führte er ein in das Gebäude, das am 16. November 2012 sein hundertjähriges Bestehen feierte. Und am 16. November 1944, in der schwärzesten Stunde Dürens, „hat Rektor Rütten das Gebäude gerettet“. Aus der dreibändigen Chronik der Schule holte sich der Moderator viele Infos und kam wieder auf den 16. November zu sprechen: An diesem Tag im Jahr 1946 wurde die Schule nach Kriegsende wieder eröffnet.

Viele Namen von mehr oder minder bekannten Lehrern fielen bis zu Rektor Egon Jüdermann, der 13 Jahre lang die Schule prägte, reichte die Reihe. Erinnert wurde auch an das Mädchengymnasium, das von 1949 bis 1964 in dem Gebäude neben der Bonifatiuskirche untergebracht war. Lehrerinnen-Bildungsanstalt und Lehrerseminar waren nur einige weitere Verwendungszwecke.

Neben Daten und Fakten gab es auch Anekdoten. Peter Bönsch, ehemals Chef der Innungskrankenkasse, spielte in jungen Jahren in der Band „Blue Teddys“, die nach Kriegsende im Keller der Ruine des Stadttheaters spielte. Und in der „Bismarckhöhe“, damals In-Kneipe an der Schoellerstraße. „Hier hatte Margot Eskens ihren ersten Auftritt. Sie sang damals im Kirchenchor von St. Bonifatius“.

Und Johannes Veith erinnerte sich an die später weit über Deutschland hinaus bekannte und heute am Wörthersee lebende Sängerin: „Die hat ein Jahr lang neben mir gesessen“.

Johannes Veith, als Sohn des Hilfsküsters in der Pfarre St. Bonifatius aktiv, bestimmte zwei Jahrzehnte maßgeblich die Kommunalpolitik in Düren. Vom Mädchengymnasium war er nicht begeistert. „Man hatte die Pausenzeiten geteilt: Wenn wir draußen waren, saßen die Mädchen drinnen“. Veith, der zunächst bei der Firma Krosch in der Girbeslrather Straße eine Schlosserausbildung absolvierte, blieb der Bonifatiuskirche immer verbunden. „Dort habe ich 1959 geheiratet, erfolgreich“, sagte er. Wie Veith so bedauerten auch viele Besucher „das, was heute mit St. Bonifatius geschieht“. Kirche und Schule waren immer eine Einheit. Und noch eine Information hatten Veith und Bönsch parat: Die Schule hieß nicht immer Ostschule. „Ich war in der Volksschule am Blücherplatz“, erinnerte sich Johannes Veith an eine Zeit, in der die Schule zweigeteilt war.

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