Eine Reise, die längst überfällig war

Von: kin
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Mary Jo Schermanns Vater ist in Obergeich gefallen.

Langerwehe. „Es war wie ein innerer Drang. Ich wollte einfach an den Ort, an dem mein Vater gefallen ist.” Dieser Wunsch von Mary Jo Schermann aus den USA ist jetzt in Erfüllung gegangen.

Die Amerikanerin hat ihren Vater nie kennen gelernt, Joseph P. Schermann ist im Dezember 1944 in der Nähe von Obergeich gestorben, damals war Mary Jo erst sechs Monate alt. „Meine Mutter hat wieder geheiratet, und mein Stiefvater hat mich adoptiert und groß gezogen wie sein eigenes Kind. Aber ich habe meinen leiblichen Vater nie vergessen.”

Viele Jahre lang hat Mary Jo Schermann, die selbst Mutter zweier erwachsener Söhne und Oma verschiedener Enkelkinder ist, versucht herauszufinden, wo ihr Vater ums Leben gekommen ist. Über das Internet ist sie dann auf den Meroder Ortsvorsteher Albert Trostorf aufmerksam geworden. Trostorf interessiert sich sehr für die Geschichte des Zweiten Weltkrieges und hat amerikanischen Kriegswaisen schon häufiger dabei geholfen, Schicksale aufzuklären.

„Mary Jo Schermann”, so Trostorf, „hatte sehr akurate Aufzeichnungen und Koordinaten vom US-Militär. Ich konnte damit die Stelle, an der ihr Vater, der zum 60. Infanterie-Regiment der neunten Division gehörte, gestorben ist, genau lokalisieren.” Joseph P. Schermann ist in der Nähe von Obergeich gefallen.

Am 10. Dezember 1944 griffen von hier die einzelnen Kompanien der Amerikaner in Richtung Düren an, als Schermann von einer gegnerischen MG-Garbe tödlich getroffen wurde. „Meine Mutter”, so Mary Jo Schermann”, hat am zweiten Weihnachtsag die Todesnachricht erhalten. Für mich war dieser Besuch hier in Langerwehe wirklich ein sehr ergreifendes Erlebnis, das ich nicht missen möchte.” Auch ihrer 97-jährigen Mutter möchte die Amerikanerin ausführlich von ihrem Besuch in Deutschland erzählen.

Gedenkstein eingesegnet

Auf dem Soldatenfriedhof Marienbildchen in Merode wurde zum Gedenken an alle gefallenen Soldaten, insbesondere aber für die seit 1993 gefallenen Soldaten der Bundeswehr ein Stein eingesegnet. Nach einem Gottesdienst mit Pfarrer Heinz Portz betonte Oberstleutnant Mario Cremer vom Einsatzführungskommando der Bundeswehr, dass man aus der Geschichte die richtigen Lehren ziehen müsse.

„Die Einsegnung des Gedenksteines”, so Cremer, „bedeutet weder eine Wiederbelebung von Militarismus und auch keine Glorifizierung von Gewalt.” Die Soldaten, die im Kriegseinsatz ihr Leben gelassen hätten, sollten vielmehr im Mittelpunkt stehen. „Und hier soll ein Ort der Erinnerung geschaffen werden.”
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