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Eine Patin für eine ganze Familie

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
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Fünf, die sich blendend verstehen: Familienpatin Renate Hinzmann (66), Mama Sarah Stelzmann (22) und die drei Kinder Leon (3), Lea (4) und Lukas (1). Foto: Sandra Kinkel
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Vera Mergenschröer betreut das Projekt. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Anfangs war Sarah Stelzmann skeptisch. „Es ist mir sehr schwer gefallen, Hilfe anzunehmen“, sagt die 22-jähriger Mutter von drei Kindern (vier, drei und ein Jahr(e)). „Heute bin ich froh, dass Renate Teil unseres Lebens ist.“ Renate, das ist Renate Hinzmann, seit dem Sommer Familienpatin von Sarah Stelzmann und ihren Kindern.

Seit sechs Jahren gibt es beim Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in Düren das Projekt „Familienpaten“.„Der Bedarf war einfach da“, sagt Sozialpädagogin Vera Mergenschröer. „Wir wollten ein Angebot schaffen, das zum einen niederschwellig ist und zum anderen Entlastung für die Eltern bietet. Und nicht unbedingt Erziehungshilfe.“ Mittlerweile gibt es etwa 30 Familien, die die kostenlose Hilfe eines Familienpaten in Anspruch nehmen, aber der Bedarf ist deutlich höher.

Vera Mergenschröer: „Wir haben mindestens 20 Familien auf der Warteliste, die gerne einen ehrenamtlichen Paten hätten.“ Die Paten, erklärt die Sozialpädagogin, müssten offen sein, bräuchten Durchsetzungsvermögen, Geduld und Freude an Familien. Eigenschaften, die Renate Hinzmann mitgebracht hat. „Ich habe früher in der Alten- und Krankenpflege gearbeitet“, sagt die 66-Jährige. „Ich wollte ehrenamtlich arbeiten, aber eben am anderen Ende des Lebens. Da ist so eine Familienpatenschaft genau das Richtige.“

Mittwochs geht‘s zum Spielplatz

Jeden Mittwoch holt Renate Hinzmann Sarah Stelzmanns Kinder Lea, Leon und Lukas ab. Dann geht es auf den Spielplatz und anschließend zu Renate Hinzmann nach Haus. Einmal im Monat passt die rüstige Senioren auch abends auf die drei Kinder auf. „Meine Eltern“, sagt Sarah Stelzmann, „sind beide noch berufstätig und können mich nicht entlasten. Und die anderen Großeltern wohnen zu weit weg. Umso dankbarer bin ich, dass wir die Renate haben.“ Meistens nutzt Sarah Stelzmann die freie Zeit, um ihre Wohnung auf Vordermann zu bringen. Manchmal geht sie aber auch zum Frisör oder genießt einfach ein bisschen Ruhe.

Und Renate Hinzmann? Deren eigene drei Enkelkinder sind schon groß (14,17 und 18). „Da bin ich als Oma nicht mehr wirklich gefragt. Umso mehr genieße ich die Zeit mit Leon, Lea und Lukas.“ Genau wie die Knirpse auch. Die Kinder freuen sich immer schon mächtig auf mittwochs. „Mit Renate kann man toll spielen“, sagt Lea. „Im Sommer haben wir sogar mit Wasser geplanscht.“

„Am Wichtigsten ist“, sagt Vera Mergenschröer, „dass die Chemie zwischen Paten und Familien stimmt. Das klappt nicht immer, manchmal brauchen die Paare auch ein bisschen Geduld.“ Wichtig sei, so die Sozialpädagogin, dass die Paten sich nicht ausnutzen lassen. „Darauf passe ich schon auf. Außerdem finden regelmäßig Fortbildungen und Gespräche statt.“ Für Renate Hinzmann und Sarah Stelzmann ist das Projekt „Familienpaten“ eine echte Erfolgsgeschichte.

„Zwischen Sarah und mir passt es einfach“, sagt Renate Hinzmann. Und Sarah Stelzmann ergänzt: „Ich habe von der Krankenschwester, die beim Kries Düren den Neugeborenen-Besuchsdienst macht, von diesem Projekt erfahren. Und ich bin sehr froh, dass ich die Hilfe angenommen habe.“

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