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Eine neue Klasse und der Wandel zur Realschule

Von: Burkhard Giesen
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Vettweiß. Damit hatte wohl kaum noch jemand gerechnet: Die Gemeinde Vettweiß darf nun doch eine neue Eingangsklasse an der Vettweißer Hauptschule bilden. Noch vor zwei Wochen hatte die Bezirksregierung die Gründung der Eingangsklasse zum neuen Schuljahr untersagt, weil statt der erforderlichen 18 Schüler nur zwölf Schüler für die 5. Klasse angemeldet worden waren.

Die unerwartete Kehrtwende erfolgte, weil die Gemeinde Vettweiß und die Stadt Zülpich nun ab dem Schuljahr 2013/2014 eine gemeinsame Realschule betreiben wollen - neben Zülpich auch mit einem Standort in Vettweiß. „Diese neue Situation lässt erkennen, dass beide Kommunen eine gemeinsame Perspektive aufbauen”, so am Freitag Oliver Moritz, Sprecher der Bezirksregierung, „und das ermöglicht uns einen neuen Ermessensspielraum, den wir zum Wohle der Schüler genutzt haben.”

Sehr zur Freude auch von Bürgermeister Josef Kranz: „Ich freue mich, dass wir diese Lösung hinbekommen haben und mit der künftigen zweizügigen Realschule den Schulstandort Vettweiß stärken können.” Für die sieht Kranz einen realistischen Bedarf. Neben den eigenen Kindern, die schon jetzt die Realschule in Zülpich besuchen, könnten auch Kinder aus Nörvenich, Nideggen oder Kreuzau aufgenommen werden - durchaus auch als bewusste Alternative zur Sekundarschule.

Bei einer Besprechung in Köln am Donnerstag hatte Kranz gemeinsam mit seinem Zülpicher Kollegen die Bezirksregierung von dem neuen Konzept überzeugen können. Im Hintergrund sollen sich dem Vernehmen nach auch die beiden Landtagskandidaten von CDU und SPD für die Lösung stark gemacht haben.

Vom Tisch ist damit auch eine Klage der betroffenen Eltern gegen die Bezirksregierung und die Gemeinde Vettweiß. Nach „DN”-Informationen hatte die Vettweißer Schulleitung mehreren Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf eine schriftliche Zusage ohne jeglichen Vorbehalt erteilt, dass sie in die 5. Klasse aufgenommen würden.

Mit der zwischenzeitlichen Ablehnung wollten sich die Eltern nicht zufrieden geben und hatten einen Anwalt eingeschaltet, der seine Klage gegen die Bezirksregierung und die Gemeinde Vettweiß bereits vorbereitet und in der nächsten Woche eingereicht hätte. Das habe aber, so versicherte Oliver Moritz von der Bezirksregierung, „für uns keine Rolle gespielt”.
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