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Eine musikalische Dampfwalze am Rursee

Von: ab
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Bluesig, erdig und vor allem laut: Gitarrist Brad von der Gruppe „Pot-head” ließ seinen Rocksound in Schmidt erklingen. Foto: Bongartz

Schmidt. Open-Air Konzerte-stehen und fallen mit dem Wohlwollen des Wettergottes, das ist einfach so. Am Wochenende meinte es Petrus mit der IG Jugend Schmidt auf jeden Fall nicht so gut: es war bewölkt und merklich kühl. Da fiel der Besucherandrang für das Konzert und den „Randaleball” etwas geringer aus als man erhofft hatte. Die 1000er-Marke hatte man anvisiert, gekommen waren letztendlich 750 an die Schöne Aussicht.

„Es ist schon kalt, ich glaube, dass viele Leute, die normalerweise gekommen wären, bei dem Wetter eher zu Hause geblieben sind”, meinte denn auch Mario Lennartz von der IG Jugend Schmidt.

Kurz zuvor hatte er auf der großen Bühne und vor wenig Publikum noch die Band des Abends, die Berliner Gruppe „Pothead”, angekündigt und in einem Nebensatz anklingen lassen, warum die Berliner Rocker live in Schmidt vorbei schauen.

Die IG Jugend Schmidt feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen und bereits das 30-jährige Jubiläum ihres beliebten „Randaleballs”. Klar, dass das mit einem echten Knaller begangen werden musste. Also holte man Pothead nach Schmidt.

Nicht zu überhören

Und die Berliner, die zu zwei Dritteln aus Seattle stammen, haben in Schmidt einige Fans. Das wurde ebenso schnell klar, wie sich bei den ersten Tönen der Band der Platz vor der Bühne füllte. Zu überhören waren Pothead auf jeden Fall nicht.

Die Gitarren dröhnten tonnenschwer, der Bass wummerte im Bauch, eine musikalische Dampfwalze, die sich langsam über die Zuschauer wälzte und von diesen mit Wohlwollen goutiert wurde.

Gleichwohl, der Sound der Band mag wohl auch nicht Jedermanns Geschmack getroffen haben. Zumindest frequentierten die jüngeren Besucher der Kombination von „Randaleball” und Open-Air-Konzert lieber das Disco-Zelt. Bands wie die 70er-Rock-Helden Black Sabbath, von denen sich Pothead stark beeinflusst zeigten, sind ihnen wahrscheinlich auch kein Begriff.

Die Musiker von Pothead störte das jedenfalls wenig. Das Trio schien sowieso in seine eigene Welt versunken. Gedankenversunken und mit dem Blick gen Boden bearbeitete man die Instrumente. Das Feedback der Gitarren waberte über die Schöne Aussicht, wie die Dunstschwaden aus den Nebelmaschinen oder - der Name der Band lässt diese Vermutung zu - der Rauch der Pflanzen, die man vor dem Auftritt vermutlich konsumiert hat.

Ein Fest für die Fans

In Schmidt hatten die Musiker Brad, Jeff Dope und Sebastian Meyer ein kleines Heimspiel. Ihre Lieder wurden von den Fans - einige kamen übrigens extra aus Bielefeld und Köln für die Band angereist - mitgesungen und frenetisch beklatscht und zwischen den Songs skandierten sie „Pothead, Pothead, Pothead”. Nach gut anderthalb Stunden Rockvollbedienung wurden die Musiker dann von der Bühne gelassen. Nicht ohne vorher jedoch eine Zugabe zu spielen.
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