Vettweiß - Eine Investition, die die Grünen ablehnen

Eine Investition, die die Grünen ablehnen

Von: Von Margret Vallot
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Die Anlage bei Müddersheim soll von vier auf sechs Hallen erweitert werden. Foto: Margret Vallot

Vettweiß. Sie haben zum Thema Massentierhaltung sehr unterschiedliche Meinungen und argumentieren seit Jahren gegeneinander: der grüne Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer und der Betriebsleiter der Hähnchenmastanlage bei Müddersheim, Richard Hansen. Am Freitag trafen sie sich erstmals persönlich. Thema: Die geplante Erweiterung der Anlage bei Müddersheim von vier auf sechs Hallen.

Die Diskussion vor der Halle und später im „Fantasy Garden“ in Müddersheim, an der auch Friedrich Ostendorff (MdB), Gudrun Zentis (MdL) und Astrid Hohn vom Kreisverband der Grünen sowie rund 30 Bürgerinnen und Bürger teilnahmen, blieb erfreulich sachlich. Hansen, der mit Familie erschienen war, konnte falsche Zahlen korrigieren: Pro Jahr verlassen 1,05 Millionen Tiere seine Ställe, nicht mehr. In jedem Stall leben zwischen 36.500 und 37.000 Hähnchen.

Die werden nicht vier sondern sieben Wochen lang gemästet. Es gibt in jeder Halle 7,4 Durchgänge pro Jahr. Nicht zwei Mitarbeiter, sondern zwei ausgebildete Landwirte, zehn Mitarbeiter, davon fünf Lehrlinge beschäftigt der Betrieb.

Einen Antrag auf Erweiterung der Anlage werde er stellen, daran ließ Hansen keinen Zweifel. Und genau das ist es, was die Grünen am liebsten verhindern würden. Dabei wollte insbesondere Ostendorff, der selber Landwirt und agrarpolitischer Sprecher der Grünen in Berlin ist, nicht glauben, dass die Erweiterung nicht von Anfang an geplant gewesen war. Ostendorff kannte sich auch mit den in der Vergangenheit rasant gestiegenen Weizenpreisen aus und meinte, die Anlage könne sich bei dem, was der Abnehmer zahle, nicht rechnen.

Ein Mitspracherecht

Gudrun Zentis, auf deren beständiges Nachfragen bei der Kreisverwaltung die Erweiterungspläne überhaupt bekannt wurden, verlangte ein transparentes Verfahren. Außerdem wurde noch erklärt, welche Gesetze die Grünen initiieren wollen, um den Gemeinden bei immer mehr Intensivtierhaltung ein Mitentscheidungsrecht zu gewähren.

Hansen betonte, Hähnchen aus Deutschland seien sehr beliebt. Sein Betrieb werde ständig kontrolliert, was man von in Brasilien, Polen oder Russland produziertem Hähnchenfleisch nicht so ohne weiteres sagen könne. Aber auch er habe im Verlauf der letzten sechs Jahre gelernt, habe stets nur wenige Medikamente eingesetzt. Er erklärte, „es liegt am Ei“. Das sei manchmal minderwertig und habe zur Folge, dass die Kücken manchmal nicht in Ordnung seien. Er habe Kontakt zu den Lieferanten aufgenommen, die dafür sorgen müssten, dass sowohl die Hennen als auch die Eier von allerbester Qualität seien.

Die Vertreter von BUND und Oliver Krischer blieben dabei: Es handele sich um eine Form der Landwirtschaft, die in keiner Weise zu akzeptieren sei, es werde vergessen, dass man es mit Lebewesen zu tun habe.

Auch die Abluftfahne (Ammoniakemissionen) und der Brandschutz der Hallen waren Thema. Und es wurde einmal mehr klar, dass die Intensivtierhaltung ein wichtiger Gegenstand der politischen Auseinandersetzung ist.

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