Einbrecher ist von kurzer Haft beeindruckt

Von: mv
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Düren. Eine „beeindruckende Einbruchsserie”, wie Richter Hans-Georg Wingen sagte, hat von Oktober 2007 bis März 2009 der Dürener hingelegt, der sich am Donnerstag vor Gericht verantworten musste.

Am 6. März vorigen Jahres wurde er endlich gefasst und nach Aachen in Untersuchungshaft gebracht. Zwei Monate blieb er im Gefängnis. Danach war für den Angeklagten (41) nichts mehr so, wie es zuvor gewesen war: Er machte Schluss mit den Drogen, eingebrochen wurde nicht mehr, stattdessen suchte er sich einen Job als Hilfsarbeiter.

Zuvor hatte er sich viel zuschulden kommen lassen. 29 Einbrüche warf ihm der Staatsanwalt vor. In Düren, aber auch in Vettweiß, Niederzier und in Hürtgenwald richtete er mit seinen Einbrüchen viel Schaden an, fand aber immer nur Gegenstände von geringem Wert.

Seit Hauptziel in all den Monaten waren Arztpraxen, was den Richter zu der ironischen Bemerkung verleitete: „Die Ärzte haben doch noch letztes Jahr gestreikt, weil sie so wenig verdienen. Das hätten Sie wissen können, dass bei denen nichts zu holen ist.”

Was der Angeklagte mitgehen ließ, wurde alles vom Staatsanwalt einzeln aufgezählt: Das war mal eine Brieftasche und eine Digitalkamera, mal eine Bohrmaschine, ein Rasierapparat und ein Gymnastikball, dann wieder ein Taschenmesser, Ladegeräte und Handys, Laptops und Parfum. Alles packte der Angeklagte ein: Medikamente (vorzugsweise Viagra), Briefmarken, eine Briefwaage, Schokolade, Zigaretten, Wein und Sekt, Autoschlüssel Diktiergeräte, eine mobile Festplatte, einen Ledergürtel, eine Einkaufstasche, eine Stoppuhr und viele andere Sachen mehr.

Staubsauger, Teekanne

Als die Polizei ihn endlich fasste und sich in seiner Wohnung umsah, fand sie dort noch Diebesgut und konnte so dem Angeklagten die einzelnen Einbrüche nachweisen. Dinge wie Staubsauger, Sekundenkleber und eine Teekanne ließen sich wohl nicht zu Geld machen.

Wegen Diebstahl und versuchtem Diebstahl hatte der Dürener, ein gelernter Schlosser, schon vier Mal Geldstrafen zahlen müssen. Allerdings hat die U-Haft ihn „erkennbar beeindruckt”, wie der Staatsanwalt fand. Er verlangte eine Strafe von zwei Jahren auf Bewährung.

Dem schloss sich nach einer längeren Beratung auch das Gericht an. Wingen: „Wir sind nicht so ganz davon überzeugt, dass wir Sie hier nicht wiedersehen.” Wingen warnte den Verurteilten, er werde sofort eingebuchtet, wenn er sich in den nächsten vier Jahren etwas zuschulden kommen lassen würde.
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