Boich - Ein Zuhause für 300 Schwalben

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Ein Zuhause für 300 Schwalben

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„Jede Schwalbe ist bei uns willkommen. Bei Walter, Hilde und Stephan Franken aus Boich (von links) haben Mehlschwalben mehr als 47 Nester gebaut. Foto: Andreas Bongartz

Boich. Familie Frankens Untermieter sind alles andere als reinlich. Die Spuren, die sie hinterlassen sind unübersehbar, ihr Geschäft erledigen sie mit Vorliebe direkt im Hof vor den Kühlräumen. So manch einer würde das sicherlich als lästig empfinden, zumal die Untermieter der Boicher Familie mittlerweile mehr als zahlreich sind.

An die 300 Stück tummeln sich auf dem Hof an der Rather Straße. Langsam aber sicher sind es immer mehr geworden, jedes Jahr kamen neue hinzu. Die Boicher haben sie zwar nicht direkt eingeladen, sie stören sich aber auch nicht an den Besuchern, ganz im Gegenteil über jeden der kleinen gefiederten Gesellen freuen sie sich.

Kleine gefiederte Gesellen? Nun, die Rede ist hier von Schwalben. Von Mehlschwalben, um genau zu sein. Und davon massenhaft. Auf dem Obsthof Franken haben die Schwalben einen Platz zum Nisten und Brüten gefunden. 47 Nester hängen unter dem Giebel des großen Gebäudes, in dem sich die Kühlräume befinden.

„Es hat sich wohl rumgesprochen, dass man hier gut nisten kann”, sagt Hilde Franken und lacht. Die Schwalben direkt um sich herum zu erleben, das ist etwas Besonderes für die Landwirte. „Wenn wir mal nichts zu tun haben, gucken wir uns immer die Schwalben an”, so Walter Franken. „Im ganzen Kreis Düren gibt es nicht so viele Schwalbennester auf einem Fleck”, meint er.

„Wo die Schwalbe nistet, da kein Unglück fristet” lautet ein Sprichwort und damit halten es auch die Frankens. „Ich bin schon ein bisschen abergläubisch: Mit Schwalben hast du Glück im Haus”, sagt Stephan Franken. „Man hat einfach ein gutes Gefühl, wenn die ersten Schwalben im April da sind, dann weiß ich, es wird ein gutes Jahr.” Seine Mutter ergänzt: „Für uns sind sie Glücksbringer. Wir wären traurig, wenn sie nicht mehr kommen würden.”

Da verschmerzt man auch schon mal den ganzen Dreck, den die Tiere hinterlassen. Walter Franken: „Wenn die Vögel im Herbst nach Süden geflogen sind, wird die Wand mit Hochdruck abgespritzt und neu gestrichen. Kein Problem.”
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