Ein Wiedersehen in schwierigen Zeiten beim Dürener Stadtfest

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
15356914.jpg
Die Kölner Band „Querbeat“ lockte am Samstag Tausende Menschen in die Dürener Innenstadt. Foto: Kinkel
15358572.jpg
An der Partnerschaftsmeile am Ahrweilerplatz gab es Eindrücke der chinesischen Wu-Oper. Foto: Kinkel
15357951.jpg
Tanzende Kinder und offene Geschäfte sorgten am Sonntag für viele Besucher in der City. Foto: Kinkel
15357946.jpg
Tanzende Kinder und offene Geschäfte sorgten am Sonntag für viele Besucher in der City. Foto: Kinkel
15356930.jpg
Schöne Geschichte am Rande: Iwanna Onufer, Edis Dervisagic, Lidia Stasenko und Indira Hiseni trafen sich in Düren. Foto: Kinkel

Düren. Das Motto der Partnerschaftsmeile rund um die Annakirche hätte besser nicht sein können: „Miteinander, füreinander in der einen Welt“ stand über dem Treffen Dürens mit seinen Partnerstädten – außer Karadeniz Eregli in der Türkei hatten alle befreundeten Orte, also Cormeilles und Valenciennes (beide Frankreich), Jinhua (China), Gradaac (Bosnien-Herzegowina), Altmünster (Österreich) und Stryj (Ukraine), eine Delegation zum Stadtfest entsandt.

„Mit großer Beklommenheit“, sagte Bürgermeister Paul Larue (CDU) bei der offiziellen Eröffnung, „hören wir die schrecklichen Nachrichten von einer Bombenexplosion in Großbritannien, aber auch aus dem fernen Asien.“ Was sich dort zusammenbraue, sagte Larue, sei ein Anlass zu großer Sorge. „Es könnte zu einem weiteren Weltbrand kommen“, sagte Larue.

In Düren würden Menschen aus 137 Nationen friedlich zusammenleben und die Stadt weiterentwickeln. Larue: „Genau das ist der richtige Weg. Wir haben nur diese eine Welt.“ Larue freute sich, dass fast alle Partnerstädte beim Stadtfest vertreten waren. „Die Menschen in Stryj leben in einer schweren Situation. In ihrem Land herrscht Krieg. Trotzdem sind sie nach Düren gekommen.“

Zum zweiten Mal, ergänzte der Bürgermeister, fehle eine Delegation aus der Türkei beim Stadtfest gekommen. „Auch dort ist die Situation im Augenblick sehr schwierig. Wir versuchen trotzdem, den Kontakt aufrechtzuerhalten.“

Ähnliche Geschichte

Besonders groß war die Freude bei Gradaacs Bürgermeister Edis Dervisagic, der in Düren das Gespräch mit Linda Stasenko und Iwanna Onufer aus Stryj suchte. Menschen aus Stryj und Gradaac haben sich in Düren zum ersten Mal getroffen und vor mehr als zehn Jahren während des Stadtfestes an der Rur eine Partnerschaft zwischen ihren beiden Städten vereinbart.

„Wir haben viele Gemeinsamkeiten“, sagte Edis Dervisagic. „Unsere Geschichte ist sehr ähnlich. Beide Länder haben stark unter einem Krieg gelitten.“ Die Auseinandersetzungen in der Ost-Ukraine, ergänzte Dervisagic, „seien auch der Grund dafür, warum es im Augenblick nur schwer gelinge, den Kontakt mit Stryj wirklich zu pflegen. „Um so besser“, betonte die ukrainische Delegationsleiterin Lidia Stasenko, „dass wir uns hier in Düren treffen.“

Auf und vor fünf Bühnen wurde bereits ab Freitagabend in der gesamten Innenstadt kräftig gefeiert. Einer der Höhepunkte des Stadtfestes war sicher der Auftritt von „Querbeat“. Mehr als 1000 Menschen rockten gemeinsam mit den 15 Musikern der Kölner „Brass- and Marchingband“ und genossen einen weitgehend trockenen Abend auf dem Marktplatz.

Der Kindertrödelmarkt auf dem Schulhof der Peschschule hatte aufgrund des Wetters nur wenig Zuspruch. An mehreren Stellen in der Innenstadt stellten wie immer auch karitative Vereine und Einrichtungen am Wochenende ihre Arbeit vor.

Besseres Wetter

Für IG-City-Chef Rainer Guthausen, der vor 39 Jahren schon das erste Dürener Stadtfest mitinitiiert hat, war die Traditionsveranstaltung ein Erfolg. „Natürlich hätten wir uns besseres Wetter gewünscht. Aber die Menschen sind auch so sehr zahlreich zu unserem Fest gekommen.“ Für Guthausen hat das Stadtfest auch nach fast vier Jahrzehnten nichts von seiner Berechtigung verloren. „Es ist eine Verbindung zwischen Handel und Kultur, Partnerschaftsmeile und Dürener Institutionen, die sich präsentieren.“

Im Vorfeld habe es einige Schwierigkeiten gegeben – „unter anderem weil lange nicht feststand, ob wir den Markt, der ja derzeit umgestaltet wird, überhaupt nutzen können.“ Am Ende habe dank vieler Helfer alles hervorragend geklappt. „Und mit der Resonanz können wir auch zufrieden sein“, so Guthausen. Für das 40. Stadtfest kündigte er „einige Überraschungen“ an. „Wir wollen einige bekanntere Bands verpflichten und versuchen, auch Chöre und Gruppen der Musikschule stärker einzubeziehen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert