Heimnbach - Ein Weltstar der Improvisation am Klavier

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Ein Weltstar der Improvisation am Klavier

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Heimnbach. Das Kammermusikfestival „Spannungen” geht immer wieder auch ungewöhnliche musikalische Wege.

Nach einem beeindruckenden Tangokonzert vor einigen Jahren, bieten Festival-Leiter Lars Vogt und sein Team in diesem Jahr eine „Piano-Jazznacht” mit keinem geringeren als Professor Leonid Chizhik, einem echten Pianophänomen. „Ich kenne keinen”, so Lars Vogt, „der am Klavier so improvisieren kann, wie Lenid Chizhik. Das ist schon sehr beeindruckend.”

Energiegeladener moldawischer Tastenmann

Jazz ist für ihn eine Art, das Leben zu erfühlen. „Musikalische Freiheit demonstriere ich, wenn ich mich eines jeden Stils bedienen kann”, so beschreibt der energiegeladene moldawische Tastenmann Leonid Chizhik sein musikalisches Credo. Dabei ist seine Improvisationskunst wirklich legendär. „Mein Spiel”, erklärt er, „braucht Interaktion. In meinen besten Konzerten spiele nicht ich - ich bin eine Mittlerperson zwischen dem Publikum und der Inspiration.”

Stets versetzt Chizhik sein Publikum mit seiner polystilistischen Sprache des Jazz ins Staunen. Es sind Minuten voller Überraschungen und spontaner Assoziationen, wenn er diese Inspiration unmittelbar in sein Instrument fließen lässt. Dabei ist er vor allem ein Grenzgänger zwischen Klassik und Jazz. In seinen Improvisationen verarbeitet Chizhik Mozart, Mahler, Händel oder Tschaikowsky aber auch Evergreens von George Gershwin, Irving Berlin und Benny Goodman. „Ich weiß vor dem Konzert nicht, was passiert. Ich formuliere meine Energie aus allen Quellen: meinem Körper, meinen musikalischen Erfahrungen, der Technik,” so der Künstler.

Internationale Festivals wie das Montreal Jazz Festival, das Festival Sao Paolo, wo er mit Herbie Hancock spielte, das Tokyo Summer Festival sowie Solo-Konzerte in der Berliner Philharmonie, im Herkulessaal München und in der Carnegie Hall New York begründen seinen Ruf als Großmeister des konzertanten Jazzpianos.

Leonid Chizhik, 1947 im moldawischen Kischinjew geboren, machte als pianistisches Wunderkind eine internationale Ausnahmekarriere. Zu Zeiten des kalten Krieges galt Chizhik bei amerikanischen Kritikern als bester Jazzpianist hinter dem Eisernen Vorhang. Man bezeichnete ihn als eine „glückliche Mischung der atemberaubenden Schnelligkeit eines Art Tatum und der Sensibilität eines Teddy Wilson”. Chizhik spielte als erster professioneller Jazzmusiker in den philharmonischen Konzertsälen der UdSSR, erhielt zahlreiche Auszeichnungen als Künstler, wurde Mitglied des Direktoriums der „International Jazz Federation” und Generaldirektor des „Moscow Art Center”. 1992 begann Chizhik seine Tätigkeit als Dozent am Münchner Richard-Strauss-Konservatorium, später erhielt er eine Professur an der Musikhochschule in Weimar.
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