Düren - Ein ungewöhnliches Hochzeitsdatum

Ein ungewöhnliches Hochzeitsdatum

Von: Sandra Kinkel
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Gerta Kücks Brautkleid war von der Tante ausgeliehen.
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Fina Vieth hat über ihrem Kostüm eine Pelzjacke getragen.
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Zwei Paare, die seit 60 beziehungsweise 65 Jahre gemeinsam durchs Leben gehen und ihren Hochzeitstag wohl niemals vergessen: Fina und Paul Vieth (links) aus Gürzenich haben Heiligabend geheiratet, Gerta und Friedel Kück aus Oberzier am Zweiten Weihnachtstag. Foto: Sandra Kinkel
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Zwei Paare, die seit 60 beziehungsweise 65 Jahre gemeinsam durchs Leben gehen und ihren Hochzeitstag wohl niemals vergessen: Fina und Paul Vieth (links) aus Gürzenich haben Heiligabend geheiratet, Gerta und Friedel Kück aus Oberzier am Zweiten Weihnachtstag. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Krach wegen eines vergessenen Hochzeitstages haben Paul Vieth (84) aus Gürzenich und Friedel Kück (84) aus Oberzier mit ihren Ehefrauen Fina (85) und Greta (84) noch nie gehabt. Aber so richtig groß gefeiert mit einem gemütlichen Essen bei Kerzenschein zu zweit haben sie diesen Tag eigentlich auch noch nie. Kein Wunder eigentlich: Paul und Fina Vieth haben sich an Heiligabend 1952 vor dem Standesamt im damaligen „Amt Birgel“ das Ja-Wort gegeben. Und Gerta und Friedel Kück haben am zweiten Weihnachtstag 1947 in der Joachimskirche in Düren den Bund fürs Leben geschlossen.

Paul und Fina Vieth haben sich am Peter- und Pauls-Tag, also am 29. Juni 1952 im Vettweißer Ortsteil Gladbach kennengelernt. „Es war beim Schützenfest“, erzählt Paul Vieth. „Fina hatte ein violett-rötliches Kostüm an. Und bei mir war es wirklich Liebe auf den ersten Blick.“ Warum die beiden nur sechs Monate nach dem ersten Treffen geheiratet haben und dann auch noch an Heiligabend, können sie gar nicht so genau erklären. „Ich habe Fina gemocht, und Fina hat mich gemocht“, sagt Paul Vieth. „Was sprach denn da gegen eine Heirat?“ Der gelernte Metallarbeiter schmunzelt noch und ergänzt dann: „Ich hatte halt mein ganz persönliches Christkindchen gefunden.“

Genau wie den Vieths, die später Eltern von Zwillingen geworden sind, hat auch den Kücks das ungewöhnliche Hochzeitsdatum viel Glück gebracht. „Sicherlich streitet man sich mal“, sagt Friedel Kück, der gemeinsam mit seiner Frau einen Frisörsalon geführt hat und auch heute in dem Familienbetrieb, den die Kinder übernommen haben, noch häufig mitarbeitet. „Aber dann verträgt man sich doch auch wieder. Ich hätte niemals auch nur im Traum daran gedacht, mich von meiner Frau zu trennen und unseren Sohn alleine zu lassen.“

Dass die Kücks am zweiten Weihnachtstag kirchlich geheiratet haben, hatte überwiegend praktische Gründe. „Meine Schwiegereltern“, erzählt Gerta Kück, „hatten schon den Friseursalon. Und da wurde ja auch immer auch samstags gearbeitet. Der Betrieb war immer sehr wichtig, und da haben wir eben an einem Tag geheiratet, als alle anderen frei hatten.“ Die Kücks erinnern sich noch gut an den 26. Dezember 1947. „Die Kirche in Oberzier war noch total vom Krieg zerstört“, berichtet Friedel Kück. „Deswegen mussten wir in der Joachimskirche in Nord-Düren heiraten.“

„Zusammen mit zwei anderen Paaren“, ergänzt Ehefrau Gerta. „Und die Trauung ging auch sehr schnell. Aber gefeiert haben wir anschließend zu Hause.“ Es sei schwierig gewesen, lacht Friedel Kück, damals überhaupt ein Gefährt zu finden, das das Brautpaar von Oberzier nach Düren und wieder zurück transportiert hat. „Irgendwie ist uns das für uns aber gelungen“, so der Friseurmeister. „Aber meine Schwiegermutter, die musste von Düren den ganzen Weg zu Fuß nach Oberzier laufen.“

Bei den Vieths aus Gürzenich hat es nach der standesamtlichen Trauung keine große Hochzeitsfeier gegeben. „Wir haben erst nach der kirchlichen Trauung im Sommer gefeiert“, sagt Fina Vieth. „Aber unser Hochzeitstag war auch gleichzeitig unser erstes Weihnachten, das wir zusammen gefeiert haben. Und das war auch sehr schön.“

Bei beiden Paaren hat in 60 beziehungsweise 65 Ehejahren immer das Weihnachtsfest Vorrang vor den Hochzeitstagen gehabt. „Schön ist ja“, sagt Gerta Kück, „dass bei unserem Hochzeitstag immer die ganze Familie zusammen war. Okay, die sind gekommen, weil Weihnachten war. Aber gratuliert haben die meistens uns schon. Und von meinem Mann gab es immer auch ein paar Blumen.“ Ihre Diamantene und Eiserne Hochzeit feiern die Vieths und auch die Kücks natürlich groß – im Kreise ihrer Lieben. „Aber nicht an Heiligabend“, sagt Fina Vieth. „Da wird Weihnachten gefeiert wie immer.“

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