Düren - Ein spielerischer Beitrag zur Integration

Ein spielerischer Beitrag zur Integration

Von: heb
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Mit solchen Karten spielen die Sehbehinderten und Blinden. Der Kartenwert ist mittels erhabener Symbole zu ertasten. Foto: Dietmar Engels
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Sie spielten am besten: Rainer Deliege (2.), André Schlierf (3.) und Sieger Hardy Elmpt (von links). In der Mitte Schirmherr Charles-Louis Prinz von Merode, rechts Organisator Klaus Zähringer. Foto: HendrikBuch

Düren. Für Hermann Kremer ist das Skatturnier des Vereins für Blinde und Sehbehinderte (BSSV) auch immer eine Rückkehr in die Heimat. Der Bergisch-Gladbacher lebte und lernte zu Schulzeiten an der Blindenschule in Norddüren.

„Die geselligen Wochenenden im Posthotel genieße ich daher besonders“, verrät der Vollblinde Skatliebhaber. Wie Kremer reisten Blinde und sehbehinderte Skatfreunde aus der ganzen Republik am Wochenende nach Düren, um am Turnier teilzunehmen. Unter dem Dach des BSSV hatten Klaus Zähringer und Jürgen Hoop den Wettbewerb organisiert. In drei Runden je 48 Spiele ermittelten die Liebhaber des Kartenspiels den Dürener Skat-Champion.

Durchmischt wurde das Feld dabei von sehenden Spielern, die an den Tischen auch als Schreiber eingesetzt waren. „Wir dürfen hier auch jedes Jahr neue Gesichter begrüßen“, freut sich Klaus Zähringer, „so erfüllt das Turnier auch einen integrativen Zweck.“ Gespielt wird mit speziellen, bis zu 20 Euro teuren Kartendecks aus Hartplastik. Farbe und Kartenwert kann man darauf erfühlen.

„Es ist schon erstaunlich, wie die Sehbehinderten hier die Karten nachhalten, ohne sie zu sehen“, berichtet Norbert Stolz vom Skatverein Herz-Dame Zülpich, welcher das Turnier seit mehreren Jahren unterstützt. „Alles eine Frage der Gewohnheit“, relativiert aber Wilfried Schwellnus. Der 80-Jährige aus Moers ist in diesem Jahr zum dritten Mal amtierender deutscher Meister unter den Sehgeschädigten.

Viel Mühe hatten sich die beiden Ausrichter auch bei der Organisation der Preise gegeben. Neben den Geldrängen standen für jeden Teilnehmer Sachpreise bereit. Überreicht wurden diese vom Schirmherrn der Veranstaltung, Charles-Louis von Merode. „Es ist mir eine Ehre heute hier zu sein. Ein solches gemischtes Turnier ist ein schönes Beispiel, auch für andere“, lobte der Prinz. Gebannt lauschte das Teilnehmerfeld auch dessen Ausführungen zur Geschichte der Familie Merode und des örtlichen Schlosses.

Den Turniersieg fuhr am Ende Hardy Elmpt ein. Mit 4123 Punkten lag der Skatfreund vom Club „Herz Dame“ deutlich vor Teamkollege Rainer Deliege und André Schlierf, welcher seine Anreise aus Gera mit dem dritten Rang belohnte. Wer selber interesse an einer Teilnahme hat, kann sich über juergenhoop@gmx.de gerne über den nächsten Termin auf dem Laufenden halten lassen.

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