Ein Segler hält das Burgau-Gymnasium auf Kurs

Von: Ingo Latotzki
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Kein Rassismus, keine Gewalt, statt dessen viel Kommunikation: Andreas Grüderich, der neue Leiter des Burgau-Gymnasiums. Foto: Ingo Latotzki

Düren. 20, 25 Kilometer läuft Andreas Grüderich jede Woche. Zur Entspannung, um fit zu bleiben, weil es den Kopf frei macht. Der Mann hat einen langen Atem. Den musste er auch haben, weniger privat beim Joggen, viel mehr beruflich.

Mehr als ein Jahr musste sich Grüderich, 53, gedulden, bis er Schulleiter am Burgau-Gymnasium werden konnte - obschon er längst gewählt war. Das habe Nerven gekostet, schreibt er in der neuesten Ausgabe von „Burgau aktuell”, Nerven auf allen Seiten. Erst als ein anderer Bewerber letztlich seine Kandidatur aufgab, konnte Andreas Grüderich vom Bonner Hardtberg-Gymnasium nach Düren wechseln.

Jetzt sitzt er in seinem neuen Büro und hat jede Menge Pläne. Ideen, Vorstellungen, Engagement. Grüderich will fortsetzen und ausbauen, was Horst Dahmen umgesetzt beziehungsweise eingeleitet hat. Dahmen führte das Gymnasium als stellvertretender Schulleiter von seinem Büro aus. Ebenso mit jeder Menge Plänen, Ideen, Vorstellungen, Engagement. Deshalb dankte ihm Andreas Grüderich jüngst auf einer internen Sitzung ausdrücklich - genauso wie die Eltern, das Kollegium und auch die Schüler.

Andreas Grüderich läuft nicht nur, er segelt auch. Wenn man ihn reden hört, gewinnt man die Überzeugung, dass er fest entschlossen ist, das Burgau-Gymnasium in ruhigem Fahrwasser zu halten. Was nicht heißen soll, dass nicht hier und da ein anderer Kurs eingeschlagen werden kann.

Grüderich legt Wert auf Sprachen. „Die werden immer wichtiger”, sagt er. Bisweilen bekäme man ohne Sprachkenntnisse erst gar keinen Job, auf vielen Führungsebenen in den Unternehmen würde nur noch Englisch gesprochen. Er selbst ist in den 90ern drei Jahre in New York gewesen, als Lehrer an einer deutschen Schule, seine ganze Familie war dabei.

Schon zuletzt in Bonn war Grüderich auf einer bilingualen Schule, jetzt auf dem „Burgau” ist er es wieder (französisch). Dass ihm dieser Zweig wichtig ist, versteht sich von selbst. Er würde ihn gerne ausbauen, sagt er, etwa mit verschiedenen, mehrmonatigen Modulen in Englisch und Spanisch. Denkbar wäre dann, etwa das Fach Geschichte in diesen Sprachen zu unterrichten. Natürlich bräuchte die Schule Lehrer, die dazu in der Lage sind. „Damit bin ich bei einem weiteren Punkt, der mir sehr wichtig ist”, sagt Grüderich: „Eine kluge Personalpolitik.” Ohne entsprechende Pädagogen könnten keine speziellen Schwerpunkte angeboten werden.

Und ohne Lob im Grunde auch nicht. Lehrer, sagt Grüderich, müssten „viel mehr Wertschätzung in der Gesellschaft erfahren”, sie machten „einen wichtigen, anstrengenden Job”. Deshalb Lob, auch zur Motivation.

Wenn es dann weiter gelinge, im Burgau-Gymnasium das soziale Lernen groß zu schreiben, wäre das mehr als die halbe Miete. Kein Rassismus, keine Gewalt, dafür viel Kommunikation und Verständnis. „Ich denke darüber nach, Streitschlichter an unserer Schule einzusetzen”, sagt Grüderich, Schüler meist, die nach einer Ausbildung in der Lage sind, Konflikte zu entschärfen.

Andreas Grüderich, man spürt es, steckt schon mitten in der Arbeit. Er wird Ausdauer und Fitness brauchen. Da kann ihm sein wöchentliches Laufpensum entgegenkommen, 20, 25 Kilometer - und ein langer Atem.
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