Langerwehe - Ein Seelsorger, der mit Mimik und Gesten spricht

Ein Seelsorger, der mit Mimik und Gesten spricht

Von: Sandra Kinkel
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Der Diakon Josef Rothkopf aus
Der Diakon Josef Rothkopf aus Langerwehe arbeitet an einem Gebetbuch für gehörlose Katholiken. Foto: Sandra Kinkel

Langerwehe. „Ich habe den Ruf Gottes verspürt, und ich habe ihn angenommen.” Josef Rothkopfs Antwort auf die Frage, warum er Diakon geworden ist, klingt einfach. Rothkopf hat sich für den Dienst in der Kirche berufen gefühlt. Das war vor 18 Jahren.

„Ich habe sehr lange überlegt”, sagt der heute 61-Jährige. „Und natürlich auch darüber mit meiner Frau gesprochen.” Vor zwölf Jahren ist Rothkopf dann im Dom zu Aachen zum Diakon geweiht worden.

Das allein ist nicht wirklich etwas Besonderes. Aber: Josef Rothkopf ist gehörlos. Seit seinem dritten Lebensjahr. Rothkopf ist von Beruf Bautechniker beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, Vater zweier erwachsener Kinder und engagiert sich schon viele Jahre in der Gehörlosenarbeit. Klar, dass er sich auch in seiner nebenberuflichen Aufgabe als Diakon für die Gehörlosen im Bistum engagiert.

Er war 13 Jahre Diözesanobmann und ist seit 2003 Generalpräses des „Verbandes katholische Gehörlose in Deutschland”. „Anfangs”, so erzählt er, „habe ich auch noch Dienst in St. Martin in Langerwehe gemacht. Aber weil es für die Gehörlosen keinen eigenen Priester mehr gibt, mache ich mittlerweile fast nur noch Gehörlosen-Seelsorge.” Die liegt ihm sehr am Herzen.

Regelmäßig bietet der Diakon, dem man beim gemeinsamen Gespräch immer in die Augen gucken kann, damit er das gesprochene Wort von den Lippen ablesen kann, Gehörlosengottesdienste in Langerwehe, Aachen, Erkelenz, Mönchengladbach, Krefeld und Heinsberg-Oberbruch an. Dazu kommen noch Beerdigungen, Taufen und Trauungen.

„Etwa 1400 gehörlose Katholiken leben im Bistum, rund 600 hat Rothkopf in seiner Kartei. „Gehörlose Menschen haben ein Kommunikationsproblem. Und wenn sie hörende Kinder haben, wissen die oft mehr als die Eltern. Aber der Glaube hilft, mit der Behinderung klar zu kommen.”

Im Augenblick arbeitet Rothkopf, der in Langerwehe wohnt, sich aber als „waschechten Merzenicher” bezeichnet, an mehreren Projekten. Gemeinsam mit dem Bistum Münster bildet er Wortgottesdienstbeauftragte aus. „Die Beteiligung von Laien ist für mich eine wichtige Aufgabe der Seelsorge.” Mindestens genauso wichtig ist ihm aber, Bibeltexte für gehörlose Menschen zu erarbeiten und ein eigenes Gebetbuch „Gotteslob”.

„Der Ablauf eines Gottesdienstes”, sagt Rothkopf, „ist den Gehörlosen vertraut. Aber der textliche Inhalt muss mit der Gebärdensprache übersetzt werden. Dazu müssen wir die Texte auch in eine bildhafte Sprache bringen.” Gleiches gilt für die Lieder und Gebete des Gotteslobes. Denn gesungen wird in einem Gehörlosengottesdienst auch - lautlos und mit den Händen.

„Die Politik erkennt die Gebärdensprache mittlerweile an, die Kirche hinkt da noch hinterher.” Daran will Rothkopf verstärkt arbeiten. Bald geht der Bautechniker in Rente. Dann kann er sich noch mehr seiner Berufung als Diakon widmen.

Info-Flyer sind im Amtsgericht zu haben

Ein Richter, der in Düren im Jahr 530 Verfahren bearbeitet, muss sich in knapp 30 dieser Verfahren mit Nachbarschaftsstreiten befassen. Tendenz sinkend.

Im Amtsgericht, August-Klotz-Straße, liegen Flyer aus. Unter dem Motto „Was Sie über Rechtspro-bleme am Gartenzaun wissen müssen” wird informiert über die häufigsten Streitfälle, nämlich Laub, Überhang, Bodenerhöhungen, Pflanzabstände und Einfriedungen.

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