Ein Radschnellweg soll Düren und Jülich verbinden

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
6071905.jpg
Der Fahrradbeauftragte Hans-Georg Hellebrand und Dezernent Hans Martin Steins (r.) erklären die Idee des Radschnellweges. Foto: Abels

Kreis Düren. Das Auto bleibt in der Garage. Um zur Arbeitsstelle zu gelangen, ist das Pedelec, das Fahrrad mit elektrischem Hilfsmotor, erste Wahl. Damit dieses Szenario zwischen Düren und Jülich nicht länger die Ausnahme bleibt, sondern die Regel wird, braucht es aber einen geeigneten Weg. Das ist die Idee, die hinter der Teilnahme des Kreises Düren am NRW-Wettbewerb zum Bau eines Radschnellweges steht.

„Radwege haben wir viele“, räumt Dezernent Hans Martin Steins unter anderem mit Blick auf den touristisch benutzten Rurufer-Radweg ein. „Aber sie sind nicht alle dazu geeignet, möglichst schnell von A nach B zu gelangen.“

Das wäre mit einer eigens für Radfahrer gebauten, geradlinigen und steigungsarmen Trasse anders. Der Kreis ist mit einer 18 Kilometer langen und weitgehend kreuzungsfreien Verbindung zwischen dem Bahnhof Düren – Start wäre am Fahrradparkhaus an der Südseite – und dem Campus der Fachhochschule Jülich in den Wettbewerb gegangen.

Eine Trasse, die sich außerhalb der Städte an der Rurtalbahn orientiert. Grundstückserwerb wäre nur in geringem Maße notwendig, erklärt Hans-Georg Hellebrand, der Fahrradbeauftragte des Kreises. „Fast durchgängig könnten Wirtschaftswege ausgebaut werden.“ Geplant ist ein 4,50 Meter breiter Radweg mit zwei Fahrtrichtungen, damit Überholen ebenso problemlos möglich wäre wie das im Straßenverkehr verbotene Nebeneinanderfahren.

„Die Zukunft der E-Mobilität liegt im Bereich der Pedelecs, weil sie für jedermann erschwinglich sind.“ Davon ist Hellebrand überzeugt. Bei einem Einzugsbereich von rund 130.000 Einwohnern hat eine Potenzialanalyse ergeben, dass täglich zwischen 1500 Radfahrern im Bereich Düren, 900 in Jülich und 500 in Niederzier den Radschnellweg benutzen würden; auf dem Weg in die Gewerbegebiete „Im großen Tal“ und „Rurbenden“, zur FH und zum Forschungszentrum Jülich, dem größtem Arbeitgeber im Kreis, der bereits eine eigene Anbindung in Aussicht gestellt hat.

Ob das Projekt Radschnellweg Düren-Jülich Zukunft hat, entscheidet sich in wenigen Wochen. Im Oktober wählt eine unabhängige Jury im Düsseldorfer Verkehrsministerium aus den neun eingereichten Projekten die fünf aus, bei denen eine Machbarkeitsstudie und in einem zweiten Schritt auch die Planung finanziell gefördert werden. Anschließend muss das Land die Höhe der Fördersumme für den Bau festlegen, ehe der Kreistag entscheiden kann, ob die notwendigen Eigenmittel zur Verfügung gestellt werden. „Je höher die Förderung, desto größer die politische Akzeptanz“, ist Steins überzeugt. Weil die Landesregierung Radschnellwegen große Zukunft beimisst, ist Steins guter Dinge, dass die Förderquote bei 90 Prozent und mehr liegen und das Land als Baulastträger auch die Unterhaltung übernehmen wird.

Ohne Details wie die Brücke über die A 4 und einen Tunnel unter der L 257 bereits komplett durchgeplant zu haben, geht der Kreis derzeit von Gesamtkosten des Projekts „knapp unter dem zweistelligen Millionenbereich aus“, erklärt Steins.

Wenn alle Weichen gestellt werden, könnte 2017 mit dem Bau begonnen werden, könnten 2018 die ersten Radpendler den neuen Schnellweg nutzen.

Leserkommentare

Leserkommentare (3)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert