Düren - Ein neuer Rahmen für den Hoesch-Platz

Ein neuer Rahmen für den Hoesch-Platz

Von: Burkhard Giesen
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Foto: Burkhard Giesen
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industriemuseum

Düren. Manchmal bedarf es einfacher Formeln, um ein Manko zu erkennen. Wenn Professor Wolfgang Meisenheimer davon spricht, dass er bei seiner Vision von einem neugestalteten Hoesch-Platz mehr an der Raumqualität interessiert sei, dann könnten ein paar Fragezeichen auftauchen.

Dabei ist es einfach: „Plätze müssen gefasst sein. Sie leben von ihren Randzonen“, ergänzt Meisenheimer. Weil man die Randzone als Rahmen empfindet. Wer auf den Stadtplan schaut, kann den Rahmen erkennen: Hoeschmuseum, Gericht und Marienkirche – und dann fehlt etwas. Genau da, wo vor dem Krieg das Dürener Stadttheater stand.

Und weil Meisenheimer auch die These vertritt, dass jeder Platz in Düren sein eigenes Flair haben sollte, ist es mehr als naheliegend, dass er für den Platz, an dem die Kultur schon immer eine bedeutende Rolle gespielt hat und heute noch spielt, die Idee von einem Industriemuseum entwickelt hat – Alltagskultur als Pendant zur bildenden Kunst. „Ein Papiermuseum im Hinterhof reicht nicht aus, die Dürener Industrie zu repräsentieren. In Düren wurden und werden herrliche Teppiche gefertigt, es gab die Gläser von Peill & Putzler, es gibt die Metallgewebe von Kufferath und natürlich die Papierherstellung“, hatte Meisenheimer schon zum Auftakt unserer Reihe mit seinen planerischen Visionen einer Idealarchitektur an neuralgischen Punkten diese Idee begründet.

Dass das Papiermuseum nun erst mal neugestaltet werden soll, versteht Meisenheimer eher als „Kurzzeitprogramm“, über das er sich freut. „Aber als Langzeitprogramm muss der Hoesch-Platz selber gestaltet werden“, ergänzt er, und platziert gedanklich schon mal das Stadtmuseum im bisherigen Papiermuseum.

Das neue Industriemuseum böte zudem Platz für Veranstaltungen wie die Industriekonzerte oder Tagungen. Im zur Straße versetzten Teil des Baus, mit dem Meisenheimer den Verlauf der alten Stadtmauer aufnimmt und dem Platz die gewünschte Eingrenzung verleiht, könnte neben der Verwaltung auch ein Café entstehen. Direkt daneben das Foyer des Museums. Durch die ungewöhnliche Form des Vorbaus entsteht zudem eine Art Platz im Platz, ein geschützter Raum. „So kann man den Platz vom Lärm der Straße abschirmen und gleichzeitig Initimität herstellen“, betont Meisenheimer.

Auch für die Fassade hat Meisenheimer eine eher ungewöhnliche, aber äußerst moderne Idee: Wenn man den Verlauf der Stadtmauer wieder aufnimmt, könnte man die Stadtmauer in Form von Bildern auf eine Metallgewebe-Fassade projizieren.

Ein utopisches Projekt? „Ich werde das nicht mehr erleben“, ist sich Meisenheimer sicher. „Aber als Städteplaner muss man sich um die Zukunft kümmern und auch Ideen entwickeln, auf die man sich freuen kann.“

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