Ein musikalischer Wirbelwind zum Auftakt

Von: Hannes Schmitz
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Fünf Streicherprofessoren aus Japan und Kollegen der Musikhochschule Köln sorgten für einen gelungenen Auftakt der VIV-Konzerte. Foto: has

Düren. Hörgenuss und emotionales Hörerlebnis: Der Auftakt zur Konzertreihe der Vereinigten Industrieverbände hatte es in sich. Das Transpacific Ensemble, bestehend aus Künstlern und Professoren der Musikhochschulen Köln und Nagoya/Japan, spielte mit der Auswahl des Konzertprogramms gekonnt auf der Klaviatur der Gefühle.

Fünf Streicherprofessoren aus dem ostasiatischen Staat standen auf der Bühne im Haus der Stadt, um einen kammermusikalischen Abend mit Werken von Mozart, Frank Martin und Antonin Dvoràk mit den Kölner Kollegen Matthias Buchholz und Claus Kannengießer zu gestalten.

Es wurde ein Konzertabend voller faszinierender Virtuosität, mit manchmal fast sinfonischen Klängen, der dann in die Welt der „Neuen Musik“ glitt, mit einer Mischung aus zwölftöniger und klassisch-spätromantischer Musik, ehe zum Finale ein musikalischer Wirbelwind über die Bühnenrampe in den Zuschauerraum fegte. Das begeisterte Publikum erlebte die Musiker in verschiedenen Formationen, als Quintett, Terzett, Sextett und gar als Oktett. Wunderbar einfühlsam spielte die japanisch-deutsche Kombination Mozarts Streichquintett C-Dur KV 515.

Die Musiker schwelgten in der scheinbar nie versiegenden musikalischen Erfindungskunst Mozarts mit seinen atemberaubenden Improvisationen und Variationen. Vor allem Reiko Shiraishi war die treibende Kraft, wenn sie mit Takashi Kiriyama auf den Violinen ganz eigene Klangreize entwickelte. Die Interpretation der japanischen Musiker hatte etwas geheimnisvolles Fernöstliches. An Salzburg dachte man nicht. Hart war der Wechsel von der Musikwelt Mozarts zur Musik von Frank Martin. Bizarre Klangspektren sorgten für eine Gratwanderung an der Schwelle zur Atonalität. Das Ohr war gefordert beim „Trio pour violon, alto et violoncelle“. Fast roboterhaft spielten die drei Musiker, aber voller Konzentration tauchten sie ein in verhaltene Pianissimo-Passagen, um sich dann in wuchtige, musikalische Ausbrüche hineinzusteigern.

Anders war der Konzertverlauf nach der Pause. Sofort war der Besucher gefangen von einer lyrischen Melodie, die eine Melancholie von Anmut und Traurigkeit verströmte. Antonin Dvoràks Streichsextett A-Dur ließ die Seele erbeben, brachte tänzerische Stimmung in den musikalischen Ablauf, gab der tschechischen Folklore Raum. Das Transpacific Ensemble verstand es glänzend, die melancholische Schwermütigkeit wie die ausgelassene Tanzstimmung auszudrücken. Verblüfft war man, welches Temperament die ostasiatischen Gäste an den „Bogen“ legten.

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