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Ein Leben im Gebet: 110 Jahre Kloster Karmel

Von: Sandra Kinkel
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Das Kloster Karmel an der Kölner Landstraße in Düren feiert am Samstag seinen 110. Geburtstag. Foto: Sandra Kinkel

Düren. „Die Selbstverständlichkeit unseres Ordens ist bedroht. Die Selbstverständlichkeit, dass ein Leben im Gebet sinnvoll ist. Dafür müssen wir uns immer mehr rechtfertigen.“ Schwester Anna Maria ist Karmelitin. Gemeinsam mit 16 anderen Ordensschwestern, einer Novizin, einer Postulantin und einer Kandidatin lebt sie im Kloster Karmel an der Kölner Landstraße. Am Samstag, 24. August, vor genau 110 Jahren wurde das Karmelkloster in Düren gegründet.

Während des Kulturkampfes waren die Karmelitinnen aus Köln vertrieben worden und hatten zunächst im niederländischen Echt Zuflucht gefunden. Am 16. Februar 1888 nahmen sie das Kloster Thiergarten in der Nähe von Herzogenrath in Besitz, bevor sie 1903 nach Düren gekommen sind. Schwester Benedicta, Priorin des Klosters: „Die Schwestern hatten damals nur ein Grundstück. Für den Rohbau der Kirche haben 100 Arbeiter damals nur sechs Wochen gebraucht. Und in neun Monaten stand das komplette Kloster.“

1905 wurden noch die dicken Klostermauern und der Glockenturm erbaut. Während des Zweiten Weltkrieges beschlagnahmte die Gestapo das Kloster, die Schwestern fanden in Krankenhäusern in Stolberg und Eschweiler Unterschlupf. Ziemlich bald nach dem Krieg kamen die Ordensfrauen zurück nach Düren. 1950 war die Renovierung von Kirche und Kloster abgeschlossen.

Weil damals das Baumaterial knapp war, wurden zum Teil angekohlte Balken verwendet. „Damit haben wir jetzt große Schwierigkeiten“, so Schwester Benedikta. „Das komplette Klosterdach muss nämlich saniert werden.“ Rund 500.000 Euro kostet die Baumaßnahme, das Geld müssen die Schwestern zum großen Teil selbst aufbringen.

Schwester Benedicta: „Wir haben einen Teil des Geldes genommen, das wir für die Altersvorsorge der Schwestern zurückgelegt haben. Unsere Verwandten haben uns geholfen, und es gibt auch viele Wohltäter in Düren, die uns helfen. Ich bin zuversichtlich, dass wir die Dachsanierung stemmen können.“ Denn auch wenn die Selbstverständlichkeit des Ordens bedroht ist, so fühlen sich die Karmelitinnen sich in Düren doch sehr gut aufgehoben und getragen. Schwester Benedicta: „Wir werden von den Menschen in Düren mitversorgt. Das ist sehr schön.“

Auch wenn sich die Karmelitinnen für ein Leben mit Gott und hinter den Klostermauern entschieden hätten, so Schwester Anna Maria, seien sie solidarisch mit den Menschen. Und Schwester Benedicta ergänzt: „Wir sind nicht aus der Welt, sondern für die Welt da, indem wir für die Menschen beten. Und wir brauchen auch das Gebet der Menschen von draußen.“

Jeden Tag findet übrigens in der Klosterkirche eine Heilige Messe statt, werktags um 7.30 Uhr und sonntags um 8 Uhr. Schwester Benedicta: „Und wir bieten auch Menschen die Gelegenheit, bei uns stille Tage zu verbringen. Anfang September kommt eine junge Frau für zwei Wochen, die vor dem Beginn ihres Studiums noch einmal ganz zu sich selbst finden will.“

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