Ein Konstanzer regiert die Kreuzauer Narren

Von: Sandra Kinkel
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Seine eigene Straße hat Remo Willsch schon. Foto: Sandra Kinkel

Kreuzau. Schon von weitem kann man sehen, wo der Prinz wohnt. Das, was früher einmal „Altenweiher“ hieß, trägt heute den schönen Namen „Prinz-Remo I.-Straße“, überall hängen blau weiße Fähnchen und vor dem Haus des Kreuzauer Karnevalsprinzen steht ein großes Boot im Vorgarten. „Da kommt noch mehr“, schmunzelt Remo Willsch (53) und amtierender Karnevalsprinz in Kreuzau. „Kommen Sie mal am Montag wieder.“

Remo Willsch ist einer der gerne und viel lacht. Beste Voraussetzung für einen Karnevalsprinz eigentlich. Und die Jecken in Kreuzau, wo er seit genau 20 Jahren der Liebe wegen wohnt, mögen ihren Prinz Remo I. – und das obwohl sein südbadischer Dialekt noch deutlich zu hören ist. „Ich lerne immer platt“, seufzt Remo Willsch. „Aber ich kalle noch und schwade noch nicht.“

Remo Willsch ist mit der alemannischen Fastnacht aufgewachsen, sein Vater, so sagt er, „sei ein alter Karnevalist“ gewesen. „Wenn man mit der alemannischen Fastnacht aufwächst, findet man das natürlich auch toll. Aber die alemannische Fastnacht kann man wirklich nicht mit dem rheinischen Karneval vergleichen.“ Und da ist er dann wieder, der Schalk, der Prinz Remo wirklich im Nacken sitzt, als er hinterher schiebt: „Alemannische Fastnacht ist auch Brauchtum. Aber die freuen sich mehr nach innen.“

Remo Willsch hat viele Jahre in einer großen Firma in Düren-Niederau gearbeitet, hier hat er auch seine Frau kennen und lieben gelernt. „Bis zum Karneval“, sagt er, „war es dann nur noch ein kleiner Schritt. Die Familie meiner Frau sind Ur-Kreuzauer. Und die haben schon immer Karneval gefeiert. Und ich dann irgendwann mit.“ Remo Willsch war von Anfang an begeistert, und irgendwann ist in ihm der Wunsch entstanden, selbst einmal Prinz zu werden.

„Mich hat das schon viele Jahre beschäftigt. Weil ich immer geglaubt habe, dass es etwas völlig anderes ist, selbst Prinz zu sein, als nur darüber zu sprechen.“ Und Prinz Remos Erwartungen sind sogar übertroffen worden. „Es macht mir total Spaß, mit den Leuten Karneval zu feiern. Bis jetzt ist alles super. Ich gebe mich einfach so, wie ich wirklich bin. Und ich glaube, das gefällt den Leuten.“

Natürlich, und auch daraus macht Remo Willisch keinen Hehl, würde er die alte Heimat manchmal vermissen. „Der Bodensee fehlt mir schon. Aber ich bin hier im Rheinland angekommen. Auch wenn ich natürlich immer noch ein ‚Immi‘ bin. Der ist ‚reingeschmeckt‘ würde man in Konstanz zu einem wie mir sagen. Aber ich arbeite daran , Rheinländer zu werden. Vielleicht gelingt es ja irgendwann einmal.“

Erst einmal wird Remo Willsch aber an Rosenmontag in einem Bodenseedampfer durch Kreuzau schippern (Beginn des Rosenmontagszuges 13.30 Uhr). „Ich denke, dass das einer der ganz großen Höhepunkte meiner Session wird“, sagt er. „Fast ein ganzes Jahr haben unglaublich viele Leute an meinem Prinzenwagen gebaut. Dafür bin ich sehr dankbar. Und ich denke, der Rosenmontag wird großartig.“ Übrigens sitzt Remo Willsch gleich nach Karneval wieder an seinem Schreibtisch im Sauerland. „Warum denn nicht? Karneval war zwar stressig, aber vor allem Freude pur.“

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