Düren - Ein kleines Stück Düren ist einen Tag lang autofrei

Ein kleines Stück Düren ist einen Tag lang autofrei

Von: Andreas Bongartz
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Skater, Graffiti-Sprayer, ein
Skater, Graffiti-Sprayer, ein Mitmach-Zirkus: Wenn die Straße frei ist, kommen andere und nutzen den Raum. Wie beim autofreien Aktionstag auf der gesperrten Schenkelstraße. Foto: Andreas Bongartz

Düren. „In die Stadt ohne mein Auto” - unter diesem Motto steht der alljährliche Aktionstag am 22. September in mehr als 1000 europäischen Städten. „In die Stadt ohne mein Auto” - übersetzt bedeutet das in Düren alle Jahre wieder die Sperrung eines einzelnen Straßenstücks, nämlich des Stücks zwischen der Schenkelstraße, der Zehnthofstraße und Schützenstraße.

Dann sieht man auf dem gesperrten Straßenstück statt Autos und Bussen unter anderem, Fußgänger, Skater und Fahrradfahrer, während drum herum die Autos weiter rollen. Und das, weil Samstag ist, nicht zu knapp.

So gestaltet sich der autofreie Aktionstag regelmäßig jedes Jahr in Düren und so war es auch dieses Mal wieder. Da stellt sich zwangsläufig die Frage, was bewirkt man mit der Initiative? Verharrt der Aktionstag nicht nur in bloßem Symbolismus, in Symbolpolitik?

Pfarrerin Cornelia Kenke ist Mitglied im ausrichtenden Lenkungskreis des Aktionsbündnisses Lokale Agenda 21 und sieht die Sachlage differenziert: „Es ist nicht so, dass sich in Düren nichts tut. Wenn wir mit den Leuten ins Gespräch kommen, merken wir schon, dass die Akzeptanz größer wird.”

Immer mehr Menschen würde über den Aktionstag Bescheid wissen. Zu diesen gehört eine befragte Passantin, Margot Bonn, allerdings nicht: „Dass heute die Schenkelstraße gesperrt ist, wusste wir nicht”, sagt sie. Dennoch findet sie die Aktion gut. „Wir parken eigentlich immer etwas außerhalb, deshalb ist das ok, dass man hier nicht lang fahren kann.”

Zustimmung zum Aktionstag ist auch vermehrt die Resonanz, die Cornelia Kenke erfährt: „Immer mehr sagen: Das find ich gut. Es gibt allerdings auch immer einige, die meinen: Was soll der Quatsch?” Zudem würden nun die Dürener des öfteren mit eigenen Ideen an die Mitglieder des Aktionsbündnisses heran treten.

„Warum gibt es in Düren keine Straßenbahn? Darauf bin ich heute schon mehrmals angesprochen worden”, sagt Kenke. Auch die Möglichkeit eines unentgeltlichen Stadtbusses werde immer wieder thematisiert. Es ist ein kleiner Erfolg, den das Aktionsbündnis feiern kann, schließlich ist ein Ziel der Lokalen Agenda 21 auch, dass sich die Bürger mit ihren Ideen bei der Gestaltung der Stadt einbringen.

Denn eins sei klar, sagt die engagierte Pfarrerin. Das gegenwärtige Gesellschaftsmodell des stark motorisierten Individualverkehrs habe keine Zukunft. Dass sich etwas ändern müsse, sei auch in den Köpfen der Menschen angekommen. Nur, wo man mit Veränderungen ansetzen müsse, darüber werde gestritten.

Und hier kommt der Aktionstag ins Spiel: „Es braucht immer wieder Anstöße, so entstehen gesellschaftliche Veränderungen. Und das ist auch, was wir vorbereiten wollen: Wir wollen in den Köpfen präsent sein und zeigen, wie schön die Stadt ohne Autos sein kann”, sagt Cornelia Kenke.

Dafür wünscht man sich beim Aktionstag, der von DKB, DSB und der NRW Stiftung für Umwelt und Entwicklung gesponsert wird, noch ein wenig mehr Unterstützung seitens der Politik. Kenke: „In anderen Städten wird der autofreie Tag viel großräumiger umgesetzt.” Nichtsdestoweniger sei man mit Spaß bei der Sache: „Das Richtige misst sich nicht immer am Erfolg, den man hat. Wir haben ein gutes Gefühl, dass wir auf dem richtigen Weg sind.”
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