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Ein Jahr in Südafrika - und noch immer strahlende Augen

Von: Andreas Bongartz
Letzte Aktualisierung:
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Auf Tuchfühlung mit Raubkatzen: Während ihrer Zeit in Kapstadt hat Viktoria Neubauer auf einer Gepardenfarm gearbeitet. Die Einrichtung möchte mit ihren Projekten helfen, die Animositäten südafrikanischer Farmer gegenüber den Raubtieren abzubauen. Foto: privat

Düren. „Das war die beste Erfahrung, die ich in meinem Leben machen werde.” Viktoria Neubauer ist zwar seit mehr als einem halben Jahr wieder in Düren, aber wenn die 18-Jährige von ihrer Zeit in Kapstadt in Südafrika erzählt, fangen ihre Augen sofort wieder an zu strahlen.

Und das, obwohl die ersten Monate des kulturellen Austauschs für die Schülerin des Stiftischen Gymnasiums zu einem ausgewachsenen Kulturschock wurden.

Es gab Probleme, große sogar, denn die Agentur, die der Dürenerin das Jahr in Südafrika vermittelt hatte, erwies sich als „unerfahren bis verantwortungslos”, so Neubauer. Untergebracht wurde die Gymnasiastin bei einer Familie in einer der „unangenehmsten Gegenden der Stadt”, wie sie selbst sagt. „Die Straße runter lebte ein Drogendealer, es gab häufiger Schießereien.”

Auch mit den Gastfamilien lief es alles andere als reibungslos, von der Schülerin wurde finanzielle Unterstützung erwartet, Alkohol und Drogen waren bei ihren Gastgebern an der Tagesordnung. Von den Betreuern der Agentur vor Ort bekam Viktoria Neubauer keine Hilfe, das erste halbe Jahr fühlte sie sich oft allein gelassen und hilflos. „Ich habe oft davor gestanden, das Programm aufzugeben”, sagt sie rückblickend.

Schließlich kam sie bei den Großeltern einer Schulfreundin unter und es ging bergauf: Die Gymnasiastin unternimmt viel, lernt Land und Leute kennen und schließt viele neue Freundschaften. Sie jobbt auf einer Gepardenfarm, hilft in einem Krankenhaus und übernimmt andere gemeinnützige Arbeiten.

„Diese Zeit habe ich richtig genossen, ich habe so viel erlebt, so viel Schönes gesehen. Das Jahr in Kapstadt hat sich auf alle Fälle gelohnt”, sagt Viktoria Neubauer. Auch wenn es das erste halbe Jahr nur Probleme gab. Obwohl - diese Erlebnisse hätten auch dazu gehört: „Ich habe Sachen fürs Leben gelernt, das waren Erfahrungen, die könnte man in so einer Konzentration nirgendwo anders machen, auf gar keinen Fall in den USA.”

So hatte sich die junge Frau mit Südafrika denn auch bewusst gegen die USA entschieden. „Weil ich eine komplett andere Kultur kennen lernen wollte. In die USA kann man immer.” Eine exotische Entscheidung, denn geht es um Auslandsaufenthalte, sind die Vereinigten Staaten noch immer eines der beliebtesten Ziele bei Schülern. Das weiß auch Wolfgang Röther, Schulleiter des Gymnasiums Kreuzau, zu berichten. Australien und Neuseeland seien ebenfalls angesagt.

Zudem habe die Zahl der Schüler, die für ein halbes oder ganzes Jahr ins Ausland gehen, zugenommen. Eine Aussage, die auch am Wirteltor und Burgau Gymnasium bestätigt wird. Der Nutzen von Auslandsaufenthalten ist unbestritten: „Das macht sich gut im Lebenslauf, und hilft in fachsprachlicher und interkultureller Kompetenz”, meint Wilhelm Gödde, Wirteltor-Schulleiter.

Gerade in Zeiten der Globalisierung sei ein selbstverständlicher Umgang mit Menschen anderer Herkunft wichtig, sagt Wolfgang Röther. Vor allem bedeute ein längerer Auslandsaufenthalt, weit von Familie und Heimat entfernt, einen enormen Schub für die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Leute.

Organisiert werden die Auslandsaufenthalte von Agenturen, die Schüler müssen sich dafür vom Unterricht freistellen lassen, ein entsprechend guter Notendurchschnitt vorausgesetzt. Bei Viktoria Neubauer war dies der Fall. Möchte sie denn irgendwann einmal zurück nach Kapstadt? „Am liebsten sofort. Ich glaube um halb zehn geht ein Flug von Frankfurt.”
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