Ein Jahr im Ausland: „Es war einfach atemberaubend”

Von: Sarah Schmitz
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Julia Heinrichs in der Mitte ihrer Gasteltern. Die 16-jährige Schülerin des Dürener St. Angela Gymnasiums verbrachte das Schuljahr der Jahrgangsstufe 11 in Wisconsin, USA.

Düren. „Sekunden später umarmte mich eine Mehlwolke. Ich konnte nichts mehr sehen, hustete lediglich. Der Teig der Weihnachtsplätzchen kratzte in meinem Hals. In der Ferne erklang das Lachen meiner kaltherzigen Gastmutter.” Zehn Monate lang durfte Julia Heinrichs solch eine Mehlschlacht auf amerikanischem Boden austragen.

Die 16-jährige Schülerin des Dürener St. Angela Gymnasiums verbrachte das Schuljahr der Jahrgangsstufe 11 in Wisconsin, USA.

Wie schnell das Abenteuer „ins Auge gehen kann”, erlebte auch ihre Klassenkameradin Kim Engels. „Das Einzige, was ich spürte, war der brennende Schmerz in der Kniekehle”, berichtete Siebzehnjährige von ihrem Besuch im australischen Outback, „Blut, schrie meine brasilianische Gastschwester, du blutest. Ich nickte, taumelte ein wenig. Dennoch hatte ich Glück im Unglück. Es war keine schwarze Witwe, sondern eine ungefährliche Spinne.”

Kim zuckt lachend mit den Achseln. „Trotzdem war es das vermutlich spannendste Jahr meines Lebens. Ein absolutes Highlight. Bloß an Weihnachten, als ich meiner Familie über Skype (Videotelefon über das Internet) Glück wünschte, hatte ich starkes Heimweh.”

Dass die beiden Schülerinnen nicht schwerer erkrankten, ist besonders den Impfungen in Deutschland zu verdanken. Diese sind unter anderem Voraussetzungen für einen solchen Auslandsaufenthalt. Des Weiteren fordern viele Organisationen Grundkenntnisse in der Sprache des jeweiligen Ziellandes, einen mindestens befriedigenden Notendurchschnitt und bestimmte Charaktereigenschaften.

Zu diesen zählen beispielsweise Neugier, die Bereitschaft, auf die eigene Familie und die Freunde zu verzichten, und das Tolerieren fremder Sitten. „Ich hätte nicht damit gerechnet, einmal so etwas auszuprobieren.”, meint Julia, „In Bio haben wir ein Ferkel seziert. Dabei hatte ich Mitleid, besonders weil wir dem Tier noch einen Namen geben sollten.

Nach der Überwindung war es aber interessant.” Getreu dem Motto „Relax, that it easy” mochte Kim die Schule erlebt haben. „Ich hatte Tauchen als Schulfach.”, erinnert sich die Siebzehnjährige, „Die Korallenriffe des Great Barrier Reef sind nur schwer mit Worten zu beschreiben. Schließlich habe ich nie zuvor eine so farbenvolle, friedliche Welt gesehen.”

In der Tat haben die „Aussis” und „Amis” ein Schulsystem, das sich von dem Deutschen unterscheidet. Julia seufzt. „Relaxt” war es an ihrer Highschool selten zugegangen. „Bis 15 Uhr paukte man Bio oder Chemie. Doch das, was man lernte, lernte man langsam, so dass es gut verständlich war. Besonders auf das praktische Arbeiten wird dabei Wert gelegt. Deshalb habe ich aus dem Jahr einiges mitgenommen, das mir hoffentlich bei meinem Chemie-Leistungskurs hilfreich sein wird.” Nach dem eigentlichen Schulschluss war jeder dazu verpflichtet, Mitglied eines Sportteams zu sein. „Jeder, wirklich jeder. Das hat den Zusammenhalt an der Schule gefördert.”

Ein „Wir-Gefühl” gab es zudem in den kleinen Klassen in Australien. Da überwiegend in Gruppen gearbeitet wurde, fiel es der Austauschschülerin leicht, sich zu integrieren und in „Down under” neue Freunde zu finden. „Die Auswahl an Kursen war”, laut Kim, „groß und zum Teil mal etwas ganz anderes als in Deutschland. Neben Tauchen und Englisch lernte ich Fotographie.”

Doch den Augenblick, als sie vor dem Opernhaus in Sydney stand, konnte man ebenso wenig auf einem Bild dokumentieren, wie die stolze Julia bei ihrer „High School Graduation”. „Es war atemberaubend.”
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