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Ein Friedensprojekt, das von Düren aus aufgebaut wird

Von: Margret Vallot
Letzte Aktualisierung:

Düren. „Eine verrückte Geschichte” nennt Karl-Walter Keppler in Niederau das Projekt, mit dem er seit Februar diesen Jahres beschäftigt ist. In den Mittelpunkt seines Interesses rückt seitdem immer öfter der Irak, „ein Land, das ausschließlich negativ in den Schlagzeilen ist”. Der pensionierte Lehrer möchte, dass sich daran etwas ändert.

Über einen Freund hatte Keppler im Winter von der Initiative der 17-jährigen Pianistin Suhal Sultan aus dem Irak gehört und von jungen, hochbegabten Musikern, die sich im Irak im Selbststudium das Spielen auf einem klassischen Instrument beigebracht haben. Die junge Frau plante, die Autodidakten zum „Nationalen Jugendorchester des Iraks” zusammenzubringen.

Suhal Sultan lebt in Schottland, suchte per Anzeige einen Dirigenten für das Jugendorchester und fand den in Köln lebenden Paul MacAlindin. Im Sommer kam es im kurdischen Teil des Landes, in der Stadt Suleymaniyah, zu einem Workshop mit Musiklehrern aus England und den USA.

Ein Freund berichtete dem Dürener von dem Projekt und dass ein Förderverein gegründet werden sollte. Keppler fand die Idee gut und bot seine Hilfe an. Er reiste zwischenzeitlich in den autonomen kurdischen Teil des Landes, in dem es - wie er im Gespräch mit den „Nachrichten” meinte - sehr zivilisiert und friedlich zugehe.

„Jetzt müssen wir dem Orchester helfen, eine Struktur zu bekommen”, so Keppler, der in dem Föderverein den Vorsitz übernommen hat. Ziel des Fördervereins ist es jetzt, das Orchester zu einem Auftritt nach Deutschland zu holen und es finanziell so auszustatten, „dass es zwar zum Irak gehört, aber der Regierung nicht verpflichtet ist”.

Viel diplomatisches Geschick ist erforderlich, um den 40 Jugendlichen, alle zwischen 16 und 26 Jahre alt, zu Erfolg zu verhelfen. Jetzt muss Geld beschafft werden, „120.000 Euro, aber wir haben bis Weihnachten Zeit”. Im Vergleich zu dem, was der Irakkrieg kostet nicht viel, meint der Dürener zuversichtlich.
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