Ein Feuerwehrmuseum im Augustinus-Krankenhaus

Von: Andreas Bongartz
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Inmitten von Pickelhauben, Feuerwehrabzeichen und alten Uniformen: Egon Frings (rechts) hat im St. Augustinus Krankenhaus in Lendersdorf endlich Platz für seine umfangreiche Feuerwehrsammlung gefunden. Gabor Szük stellt sein Krankenhaus hierfür gerne zur Verfügung. Foto: Andreas Bongartz

Lendersdorf. Eine Hose unter dem Arm, steuert Egon Frings schnellen Fußes auf das Rehabilitationszentrum im Südflügel des Lendersdorfer St. Augustinus-Krankenhauses zu. „Ich muss noch meine Dame einkleiden”, sagt er und um seinen adrett gezwirbelten Schnäuzer fangen die Mundwinkel an zu spielen.

Ein Schelm, wer Böses denkt. Natürlich sind im Rehabilitationszentrum keine nachlässig gekleideten Damen unterwegs. Wohl aber im Erdgeschoss die eine oder andere unbedeckte Schaufensterpuppe. Dort, in einem langen Flur, atmet der Südflügel Geschichte, um genau zu sein, müffelt es ein wenig. Das dürfte allerdings nicht weiter verwundern, denn was Egon Frings hier angesammelt hat, hat bereits einige Jährchen auf dem Buckel.

Es ist das Ergebnis von 37 Jahren Leidenschaft, 37 Jahren in der Berufsfeuerwehr: Egon Frings, Dürener Hauptbrandmeister A.D., richtet zurzeit in Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus ein kleines Feuerwehrmuseum im Südflügel ein. Die ältesten der Ausstellungsstücke - alle aus dem Privatbesitz von Frings - datieren auf das Jahr 1840 zurück.

„Wir haben Platz und möchten die Sammlung von Herrn Frings der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, um so unseren Patienten auch mehr Abwechslung zu bieten”, sagt Gabor Szük, Geschäftsführer des St. Augustinus-Krankenhauses. Nach dem Karnevalsmuseum nun also auch ein Feuerwehrmuseum. Egon Frings nennt es zwar „eine kleine Sammlung”, diese kleine Sammlung, die er bis dato in etlichen Kisten im eigenen Keller gehortet hat, ist jedoch mehr als umfangreich: Auf über 1000 Stück schätzt der ehemalige Hauptbrandmeister die verschiedenen Helme aus der ganzen Welt, Uniformen, Abzeichen und unterschiedlichste Löschutensilien.

Gabor Szük wird da schon etwas deutlicher: „Wir werden das Krankenhaus erweitern müssen, damit Herr Frings alle seine Helme ausstellen kann.” Allein 250 von ihnen lagern nun feinsäuberlich in Vitrinen im Rehabilitationszentrum. Vom seltsam an einen Römerhelm erinnernden französischen Kopfschutz aus dem Jahre 1840 über deutsche Lederhauben von Anfang des vergangenen Jahrhunderts bis hin zum kontemporären, den ganzen Kopf abdeckenden Helm mit Hitze abstrahlendem Visier.

„Heutzutage sind die Feuerwehrleute natürlich hundert Mal besser ausgerüstet und abgesichert als früher, aber auch die Kollegen um 1900 haben ihre Feuer ausbekommen”, weiß Egon Frings. Wenn der 60-Jährige so erzählt, ist er in seinem Element, stundenlang könnte er erzählen, über das Versuchsschaumrohr von 1930 oder den einzigartigen Entwurf des Innenministers für eine Ausstellungsmedaille von 1901.

„Feuerwehrmann ist nicht irgendein Beruf, da muss man mit Leib und Seele dabei sein.” Da komme es schon mal vor, dass man das eine oder andere ausrangierte Stück als Andenken mit nach Hause nehme. Bei ihm seien es halt ein paar mehr geworden.

Offiziell eröffnet wird das Museum am 17. Mai, danach wird es jeden Dienstag von 14 bis 18 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung zu besichtigen sein.
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