Ein echtes Multitalent, von dem in Düren viele Kinder profitieren

Von: Margret Vallot
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Düren. Dr. Gisela Hagenau ist ein Multitalent. Sie ist nicht nur als Augenärztin anerkannt und steht damit dem naturwissenschaftlichen und humanwissenschaftlichen Bereich nahe.

Sie ist auch im Kulturleben von Düren eine nicht mehr wegzudenkende Größe, engagiert sich für die Musikschule, die Cappella Villa Duria und ganz besonders für die Bürgerstiftung Düren, die sie 2002/2003 maßgeblich mit anderen aus der Taufe gehoben hat.

Bürgerstiftungen gibt es in mittleren Städten wie Düren eher selten. Man findet Bürgerstiftungen vorzugsweise in Großstädten wie Hamburg, Köln oder Berlin. Ein Startkapital von 50 000 Euro hatten die Dürener Mitte Juni 2003 zusammen. Heute sind es schon 653.000 Euro Stiftungskapital, aus dessen Erträgen Kultur und Bildung jenseits städtischer oder staatlicher Förderung finanziert werden.

Hört man Dr. Hagenau über „kontinuierlichen Kapitalaufbau” über „Finanzkrise” und „mündelsichere Anlagen” reden, könnte man meinen, sie ist auch noch als Finanzfachfrau ein Talent. Doch das verneint sie sofort. „Dafür haben wir in Vorstand und Stiftungsrat einen erfahrenen Bänker, einen Verwaltungsjuristen und einen Kaufmann”, verweist sie auch die wahren Experten.

Nach Düren verpflanzt

„Mein Ding ist es”, so sagt Gisela Hagenau, die Informationen über die Stiftung und die Projekte nach außen zu tragen und schöne neue Projekte zu finden. Zum Beispiel das Projekt „Singpause”, von dem sie hörte, das sie sich dann in einer Düsseldorfer Schule genau ansah und schließlich mit Erfolg nach Düren verpflanzte.

Eine „Singpause” machen bisher in der Nikolausschule in Rölsdorf alle Kinder zwei Mal die Woche 20 Minuten lang. Da wird hochkonzentriert gesungen und Stimmbildung betrieben. „Alle Befürchtungen der Pädagogen haben sich nicht bewahrheitet, im Gegenteil”, so Hagenau. Die Kinder profitieren von dem Projekt. 7680 Euro im Jahr kostet es, einer Grundschule ein Jahr lang einen Lehrer für die „Singpausen” zur Verfügung zu stellen. Sollte jemand dieses Geld spenden, so wird das Projekt in Düren auf andere Schulen erweitert.

Erstmals kümmert sich jemand

Vorbildlich auch das Monitoring Projekt der Bürgerstiftung. Wie schon mehrfach geschildert, unterrichten dabei Ehrenamtliche ausgewählte Grundschulkinder ganz separat. „Diese Kinder freuen sich darüber, dass sich jemand einmal ganz allein um sie kümmert, meistens zum ersten Mal”, weiß Dr. Hagenau und ist stolz, dass das Projekt an 14 Schulen in Düren vertreten ist.

„Im Hinterkopf”, so Hagenau, habe sie jetzt ein naturwissenschaftliches Projekt für Grundschulen. Da werde man sich auf die Suche nach ehrenamtlich arbeitenden Naturwissenschaftlern machen müssen. Durchsetzungsfähig, wie die Ärztin nun mal ist, wird auch dieses Projekt sicher nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Stolz ist die engagierte Dürenerin, dass sie sagen kann: „Wir haben in der ganzen Finanzkrise keinen einzigen Cent verloren.” So sicher sei das Kapital angelegt. Jedes Verständnis fehlt ihr allerdings, wenn sie erfahren muss, dass jemand sein Vermögen einer Organisation hinterlässt, „wo ich sicher bin, dass sehr viel Geld in die Verwaltung gesteckt wird”. Dann doch lieber vor Ort Kultur und vor allen Dingen Bildung fördern.

Mit der Bürgerstiftung Düren möchte Gisela Hagenau nämlich unbedingt eines: In die Gruppe der Millionäre aufsteigen, um da finanzieren zu können, wo die öffentliche Hand es nichts mehr tun kann.
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